3.Tag – nach Arromanches-Les-Bains

29.8.2005 – an der Seine entlang über Rouen, Étretat, Le Havre nach Arromanches-Les-Bains

Die Sonne geht über der Seine auf, Dunst liegt über dem Wasser und es ist fast windstill. Ich mache ein paar Fotos und hole als Deko noch meine „Dicke“ ans Ufer, nach dem Motto „Auf einem Mopedtourfoto muss immer irgendwo auch ein Moped zu sehen sein“. Die Nächte werden schon kühler und das Motorrad muss erst einmal vom Tau befreit werden. Danach heißt es das Gefährt vorsichtig vom Kies zu bugsieren. Um 8 Frühstücken wir französisch karg für 7,50 Euro. Man muss sich das mal langsam auf der Zunge zergehen lassen: 15,00 Mark für ein bisschen Kaffee, ein Croissant, ein Stück Baguette mit Butter und Marmelade. In Deutschland sind schon Wirte wegen geringerer Vergehen in einem Käfig in der Donau ertränkt worden. Die Seine bietet sich dafür an aber wir nehmen davon Abstand und machen uns auf die Socken Richtung Küste.

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Wir fahren auf kleinen Nebenstraßen an der Seine entlang und überqueren den Fluss dann auf einer Fähre (kostenlos!). Danach geht es weiter nach Etretat, dem berühmten Badeort mit der gewaltigen Felsenkulisse links und rechts. Es ist noch sehr viel Betrieb, die Saison geht immerhin noch bis Ende September. Da gerade Hochwasser ist, ist auch der Badebetrieb in vollem Gange. Wir können jedoch bis an den Hauptstrand fahren und finden auch noch Platz für unsere Mopeds und das Trike, während die Autos verzweifelt den Ort durch kurven. Es reicht, um noch schnell ein paar Bilder von den beeindruckenden Felsen zu machen und ein Eis und ein paar Postkarten zu kaufen.

Von Étretat fahren wir ein wenig an der Küste nach Süden um dann Le Havre mit seinen Raffinerien und dem Renault-Werk geschickt zu umgehen und dann über die Pont de Normandie nach Honfleur hinüber zu wechseln. Die Auffahrt zur Brücke (eigentlich sind es zwei, nämlich über den Hafen eine filigrane Bogenbrücke mit einer sehr hohen Durchfahrt für Seeschiffe und eine riesige Schrägseilhängebrücke über die Seine Mündung. Allein die Auffahrten sind ein Erlebnis, insbesondere die auf die Hängebrücke. Vor uns, im schwefelgelben Dunst der Raffinerie an einem heißen Tag, türmen sich hintereinander in einer beeindruckenden Perspektive die beiden eleganten Pylonen ca. 200 m hoch auf. Die Brücke hat eine Länge von 2 km und eine Spannweite zwischen den Pfeilern von 900m. Die Überfahrt für Motorräder ist kostenlos und auch unser Trike braucht nichts zu bezahlen. Schade, dass man nirgends halten kann um Fotos zu machen. Es hat auch niemand daran gedacht sich mit aufs Trike zu setzen um von dort aus zu fotografieren. Schade!

Dann fahren wir hinein nach Honfleur und nach einer elenden Kurverei landen wir am alten Hafen. Auch hier kann man direkt vor dem Rathaus parken. Autos müssen draußen bleiben! Es ist schon von Vorteil, mit dem Motorrad unterwegs zu sein und so können wir stressfrei einen Bummel um den Hafen machen.

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Hier tobt ebenfalls der Touristenbär und steppt was er kann. Am Ufer sitzen Maler und auf der anderen Hafenseite ist der gesamte Kai von den Restaurants mit Tischen und Stühlen gepflastert und brechend voll. Ein Tipp für Fotofreaks: Die beste Zeit für Fotos ist der frühe Morgen, weil dann die Schokoladenseite des Hafens mit den alten Gebäuden im besten Licht liegt. Nach einem Rundgang machen wir uns auf den Weg nach Arromanche wo wir am späten Nachmittag nach einer nervigen Fahrt durch die ganzen Badeorte an der Küste und einer Unterbrechung wegen eines Feuerwehreinsatzes endlich ankommen. Bernd hat bei der Organisation wirklich an alles gedacht.

Nach dem Einchecken im Hotel Mountbatten (*) laufen wir sofort zum gegenüberliegenden Supermarkt, wie praktisch, und holen uns ein paar Kleinigkeiten zu essen und zu trinken. Dann setzten wir uns vor die Zimmer auf den Parkplatz und vespern erst mal und bekämpfen den Durst mit dem ersten Bier. Wir befinden uns in der Region Calvados, aber dafür ist es noch zu früh, das heben wir uns für später auf. Die Anstrengungen des warmen Tages sind dann bald vergessen.

Abends gehen wir in eine Pizzeria in der Nähe der Fußgängerzone, das sich dann trotz Empfehlung als arger Reinfall herausstellt. Kurt kämpft die ganze Nacht mit dieser Mafia-Torte. Anderen – auch denen die das Menü genommen haben – geht es nicht viel besser. Für so eine Nacht habe ich dann auch noch 10 Euro ohne Getränke bezahlt. Morgen suchen wir uns ein anderes Lokal. An der Promenade hat man die Auswahl zwischen etlichen Gaststätten für jeden Geschmack. Von der erwähnten Pizzeria bis zum Fisch Spezialitäten Restaurant ist alles vorhanden. Wer aber auf die Preise achten muss hat es bei der Auswahl schon etwas schwieriger.

Mit einem Spaziergang über die Strandpromenade beschließen wir diesen Tag. Für Morgen hat Bernd ein volles Programm für uns parat.

(*) Update Oktober 2016: Das Hotel heißt jetzt L’Hôtel l’Idéal Mountbatten und hat eine neue Webseite.

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