13.Tag – Dufftown nach Rosyth

05.6.2003 – von Dufftown über die Grampian Mountains nach Breamar, Devil’s Elbow, Scone Palace zurück nach Rosyth zur Fähre

Hier in Dufftown bekommen wir ein Frühstück in leicht abgewandelter Form. Alles sehr lecker. Wir sammeln unseren Kram ein und packen so, das wir am Abend auf der Fähre möglichst wenig mit in die Kabine nehmen müssen. Anschließend geht es noch zur gegenüber liegenden Tankstelle um für den heutigen Tag gerüstet zu sein. Es ist unser letzter Tag in Schottland und es erwarten uns noch einige schöne Stellen zum Abschluss.

Wir fahren in Richtung Tomintoul in die Grampian Mountains. Auf dem Weg liegt noch die Glenlivet Destillerie, die wir zu einem kurzen Shop-Stopp nutzen. Die Führung lasen wir diesmal aus, denn heute ist der Zeitplan wichtig, da wir unsere Fähre nicht verpassen wollen. Außerdem ist es noch zu früh am Tag um die Produkte richtig würdigen zu können. So wandern schnell noch ein paar Pfund über den Ladentisch und ein paar Mitbringsel in die Koffer in denen es wie immer zu eng ist um sperrige Dinge wie Flaschen unter zu bringen. Auf unserem Weg nach Süden kommen wir noch einmal durch traumhafte Landschaften. Es tauchen Schilder auf, das die vor uns liegende Straße nicht für lange und schwere Fahrzeuge geeignet ist. Wenig später überqueren wir eine alte Steinbrücke, die so stark gewölbt ist das in der Fahrzeuge mit langen Radstand aufsetzen würden.

Enten in BreamarWir kommen durch Breamar und werden von den dort ansässigen Enten erst mal gestoppt. Die Biester lungern wie unsere Stadttauben auf der Straße herum und stürzen sich todesmutig vor die Fahrzeuge. Ob der Koch von dem Hotel vor dem wir parken öfters Geflügel auf der Karte hat? Wer von uns noch immer ein paar Pfund in der Tasche hat setzt sie hier in Souvenirs um. Der Devil’s Elbow wartet als nächstes Ziel auf unserem Weg nach Süden. Dieser Pass liegt in dem schottischen Skigebiet, wo es erstaunlicherweise sogar Lift-Anlagen gibt. Der Pass liegt auf 664m und die Berge darum herum erreichen fast 1000m. In einer Gaststätte, wo wir uns mit heißer Schokolade und Zigaretten stärken, hängen Bilder von tief verschneiten Winterlandschaften an den Wänden. Dieser Pass ist für uns gleichzeitig der Abschied von den Highlands. Von nun an geht es buchstäblich Bergab, runter in die Lowlands.

Der Wechsel der Landschaft ist auch recht heftig und quasi ohne Übergang. Sanfte Hügel begleiten uns auf einer traumhaften Straße durch das Glen Shee nach Blairgorie. Es geht in kleinen Wellen über die Hügel und man fährt wie im Traum. Erste Wegweiser nach Perth tauchen auf.

Scone Palace PerthKurz bevor wir die Stadt erreichen machen wir einen Abstecher zum Scone Palace, dem wichtigsten schottischen Castle. Es erwartet uns eine prachtvolle Anlage mit frei laufenden Pfauen und königlichen Einrichtungen innen. Auch hier ist fotografieren aus ‚Sicherheitsgründen‘ verboten. Ab und zu residiert die Queen in diesem Schloss. In jedem Raum steht ein Führer der uns die speziellen Dinge in diesem Raum erklärt und auch gleich die Leute im Auge behält. Die Pracht ist teilweise schon beeindruckend. Am Ende des Rundgangs erwartet auch hier einem der Shop für Souvenirs. Da das Geld eh alle ist belassen wir es bei einer Tasse Kaffee und Tee. Wir sehen uns noch kurz draußen um und steuern dann zügig den Parkplatz an.

Alles was nun noch vor uns liegt ist die langweilige Autobahnfahrt nach Rosyth zurück zur Fähre. Hier ist nochmal Aufmerksamkeit gefordert, denn das hat mit Highland Single Track wirklich nichts mehr zu tun. Zum Glück fährt Michael wieder vorne weg und wir nur hinterher. Die letzten 10 Tage mussten wir uns nicht mit LKW’s herum ärgern und kriegen nun die volle Dröhnung. Gerade rechtzeitig kommen wir an der Fähre an, müssen aber trotzdem im Staub der Kohleverladung nebenan eine Stunde warten da die Abfertigung mehr als schleppend verläuft. Jeder PKW und Wohnmobil wird in einer Halle hinter der Abfertigung untersucht. Motorradfahrer werden durchgewunken. Soviel zum Thema Sicherheit. Terroristen fahren kein Motorrad.

Kabine auf der FähreAn Bord der Fähre haben wir zum Glück unsere Kabine mit Dusche, die wir wegen dem Kohlenstaub auch dringend benötigen. Der Rest des Abends verläuft identisch mit der Hinfahrt nur mit dem kleinen Unterschied, das eine französische Jugendtruppe das Buffet in Windeseile plündert. Die Köche sind aber auf Zack und füllen die leckeren Sachen schnell nach. Das Wetter in Rosyth ist sehr windig, so das es am Anfang der Fahrt ein paar kleine Wellen gibt, aber bei Erreichen der offenen See beruhigt sich das Wetter und wir haben eine ruhige Überfahrt. Noch lange sehen wir die Eisenbahnbrücke über die Bucht. Wir haben Schottland endgültig verlassen.

weiter zum nächsten Tag ->

Seite 2 Reiseroute, Seite 3 Bilder vom Tag

14.Tag – Zeebrugge nach Buir bei Köln

06.6.2003 – von Zeebrugge zurück nach Buir bei Köln

auf der FähreEigentlich gibt es nun nicht mehr viel zu erzählen. Wir warten gemeinsam mit den anderen Motorrädern das endlich das Tor aufgeht und uns auf das Festland entlässt. Robert erreicht mit dem letzten Liter Benzin die erste belgische Tankstelle. Das Wetter begrüßt uns mit Affenhitze und wir quälen uns über die Ausfallstraße von Zeebrügge in Richtung Autobahn. Hier erleben wir auf wenigen Kilometern so viele Ampeln wie wir in ganz Schottland nicht hatten. Der Verkehr nervt einfach nur. Brigitte und Gerald verabschieden sich schon hier, da sie einen anderen Heimweg antreten.

Die Fahrt in der Hitze zurück nach Buir ist nicht lustig und wir sind froh als wir unser Quartier im Gästehaus Antonia wieder erreicht haben. Der erste Weg führte zum Kühlschrank, der zweite ohne Umweg unter die Dusche.

Am Abend haben wir dann noch lange zusammen gesessen und über die Reise geredet. Es wurden neue Pläne besprochen und anschließend die Teilnehmer verabschiedet, die bereits am frühen morgen aufbrechen wollten oder mussten. Ich denke, das wir uns bestimmt noch einmal wiedersehen werden auf einer gemeinsamen Tour. Danke an alle die dabei waren, es war schön mit euch durch Schottland zu fahren.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück verabschiede ich mich noch Bernd und Michael, die beiden letzten verbliebenen unserer Truppe. Robert ist schon gegen 4 Uhr aufgebrochen um den Autozug zu erwischen, Marion, Doris, Toni und Bernhard sind gegen 6 Uhr losgefahren um der Hitze aus dem Weg zu gehen.

Ich wollte lieber ein wenig ausschlafen und so nahm ich die Wärme in Kauf. Ich hätte auch früher losfahren sollen, denn es macht einfach keinen Spaß bei 30 Grad im Schatten in voller Montour auf einer voll verkleideten 1300’er zu fahren. Da weiß man wie es einem Hähnchen im Grill ergeht. Und so zogen sich die 650KM bis Berlin wie flüssiger Teer in die Länge. Ansonsten verlief die Fahrt ereignislos und ich bin nach insgesamt 3750km wieder sicher zu hause angekommen.

weiter ->

Schottland Fazit

ein persönliches Resümee und Anmerkungen

Aus meiner Sicht war es gut diese Reise über einen Veranstalter gemacht zu haben. Ich konnte mir alles in Ruhe ansehen und musste mich nicht um die Unterkünfte kümmern. Jetzt kenne das Land ein wenig und wenn ich nochmals dort hin fahre weiß ich was wo zu finden ist und wie man Abends ein Dach über den Kopf hat.

Auf unserer gemeinsamen Fahrt gab es keine Unfälle oder Pannen. Das lag wohl auch an der eher gemächlichen Fahrweise, die uns es immer erlaubte den Schafen auszuweichen wenn sie doch mal auf die Straße liefen. Michael hat die heiklen Stellen immer früh erkannt und ist rechtzeitig vom Gas gegangen. Alle Motorräder waren relativ neu, so das wir auch von technischen Defekten verschont geblieben sind.

Das Wetter war besser als es angekündigt wurde, aber das ist in diesen Gefilden einfach Glückssache. Daran Ändern kann man nichts und man sollte auf alles Vorbereitet sein. Es empfiehlt sich Gore-tex Kleidung zu tragen da man dann nicht ständig anhalten muss um die Regenkombi zu suchen.

Tankstellen gibt es ausreichend, nur kann es am Sonntag in den nördlichen Highlands eng werden, da viele geschlossen sind. Das sind meist kleine Lebensmittelläden mit Postoffice und einer Säule mit Bedienung. Da bleibt der Laden zu. Bei gemächlicher Fahrweise bin ich aber mit 5 Litern auf 100KM gut ausgekommen. Andere Motorräder brauchen noch weniger.

Schotten sind freundlich. Überall am Wegessrand wird man gegrüßt wenn man durch kleine Orte fährt und in den Public Bars und Inn’s ist es auch meist relativ einfach Kontakt herzustellen. Entgegenkommende Biker grüßt man übrigens auch mit der linken Hand.

Die Fährpassage sollte man rechtzeitig buchen und aufpassen, das man nicht an einem Sonntag fährt. Die Fähre könnte ausfallen und dann ist der Schlamassel vorprogrammiert. Also immer nochmals nachfragen. Wir haben auf der Rückfahrt nachgefragt und erfahren, das zukünftig im Mai nur an 2 von 4 Sonntagen gefahren wird. Warum das so ist, konnten wir nicht raus bekommen, aber man sollte das einplanen!

Update Superfast hat die Fähre nach Schottland inzwischen eingestellt. Sie verkehren nur noch im Mittelmeer. Man muss also auf DFDS oder P&O ausweichen.

Beim Geld tauschen bin ich ein wenig auf die Nase gefallen. Nächstes mal hole ich mir die schottischen Pfund direkt vor Ort aus dem Automaten oder Wechsel dort auf einer Bank. Der Kurs war deutlich besser als in Berlin auf der Bank. Dazu kommen die inzwischen explodierten Wechselgebühren. Die Sparkasse hat doch glatt 14€ verlangt für einen Betrag von 500euro.

Raucher aufgepasst: die Tabakpreise sind in Großbritannien astronomisch. Eine Packung Zigaretten kostet ca. 6,50 Euro. Wer das Rauchen nicht aufgeben will sollte sich einen ausreichenden Vorrat mitnehmen.

Kartenmaterial: Wir hatten u.a. das Blatt 3/4 Großbritannien Euro Cart aus dem RVA Verlag, ISBN 3-575-11128-6, mit dabei. Maßstab 1:300.000. Diese Karte ist Zweiseitig und eignet sich gut zur Planung in der Unterkunft, weniger draußen am Motorrad. Die Karte ist sehr Detailreich und kostet rund 10euro. Citypläne von Edinburgh und Glasgow sind auch drin (2012: Scheint vergriffen zu sein).

Zum Bilder schießen habe ich meine Casio QV-3500EX mitgenommen. Speichermedium war einmal ein 340MB Microdrive und ein 256 CF Medium. Den englischen Steckerapter für das Ladegerät nicht vergessen.

Schottland, ich komme wieder…

Informationen zum Verkehr ->

Die gesamte gefahrene Strecke

Herunterladen

Der Verkehr im Vereinigten Königreich

Nun sind schon ein paar Jahre ins Land gegangen seit dem ich in Schottland unterwegs war aber noch immer erreichen mich Mails von Besuchern meiner kleinen Seite und darunter sind auch manchmal interessante Dinge. So erreichte mich diese Tage eine freundliche Mail im Auftrag von VisitBritain, die sich der Verbreitung der Verkehrsregeln zum Ziel gesetzt hat. Es ist ja immer hilfreich Besonderheiten in fremden Ländern zu kennen um sicher und unter Vermeidung von zusätzlichen Kosten ans Ziel zu kommen.

© VisitBritain.com

Unter dem Titel „Ein ausführlicher Leitfaden zum sicheren Fahren im Vereinigten Königreich“ wurde auf der Webseite der Tourismus-Information eine umfassende Sammlung von Regeln, Schildern und Besonderheiten zusammengefasst, die man bei der Planung einer Reise mal gelesen haben sollte. Die Seite ist komplett in Deutsch übersetzt und hält viele Informationen bereit.

Ein paar persönliche Anmerkungen von mir zum Thema London mit dem Motorrad möchte ich noch einfügen. Ich musste auch erst ein wenig recherchieren um zum Thema City-Maut, die vor Ort „Congestion Charging“ genannt wird, etwas zu finden, was uns Motorradfahrer betrifft: Motorräder sind davon befreit. Soweit die gute Nachricht. Allerdings sollte man das von Deutschland gewohnte Verhalten sein Motorrad einfach irgendwo abzustellen gründlich überdenken. Das ist in London nicht erlaubt. Parken darf man nur da wo auch ein Auto stehen könnte oder auf extra ausgewiesenen Motorrad-Parkplätzen. Eine Übersicht gibt es auf den Seiten der Stadt London.

© VisitBritain.com

Kostenlose Parkplätze gibt es aber in der City so gut wie keine und die Parkhäuser haben satte Preise. Wer sich einfach auf den Gehweg stellt kann dann schon mal ein Ticket über 150£ bekommen (gefunden im Web von einem der es ausprobiert hat). Also besucht die City von London lieber zu Fuß oder mietet ein Fahrrad und lasst das Motorrad an der Unterkunft zurück.

Allzeit Gute Fahrt!

Tangermünde

Mittagessen in der Fontane-Stadt, 311km

Diesmal verlassen wir Brandenburg kurz um an der Elbe in der Stadt Tangermünde ein lecker Mittagessen einzunehmen. Aber alles der Reihe nach.

Blöder weise liegt Tangermünde im Westen und ich starte im Osten. Also arbeitet man sich durch Berlin oder unten herum. Ich entscheide mich für letzteres und so fahren wir am Stadtrand entlang in Richtung Potsdam. Bis Brandenburg/Havel folgen wir mangels echter Alternativen der B1. Vorsicht Blitzer. Wenn man Brandenburg endlich hinter sich gebracht hat beginnt der Spaß. Wir nähern uns langsam der Elbe und der Altmark. Das nächste Zwischenziel ist Gentin. Hier verlassen wir endlich auch die B1 und fahren nach Ferchland an der Elbe. Als Abwechslung gibt es hier eine Fähre mit der wir über die Elbe übersetzen. Raucher nutzen die Gelegenheit.

Auf dem anderen Elbufer ist es dann nicht mehr weit bis Tangermünde. Unser Ziel ist die Gaststätte Exempel neben der Stephanskirche, die bereits von weitem zu sehen ist. Es ist ein imposanter Backsteinbau. Das Exempel ist ein altes Schulhaus aus dem 17. Jahrhundert in der sehr hübsch restaurierten Innenstadt. Im Exempel sitzt man auf Schulbänken. die Speisekarte ist eher ein Buch (kann man kaufen) in dem die Gerichte mit Geschichten gemischt sind. Das ist sehr lesenswert. Die Namen der Gerichte sind den Geschichten und der Gegend angepasst und schon beim lesen bekommt man Hunger.

Ich nehme eine Hochzeitssuppe, gefolgt von einem Bauernfrühstück mit Elbwieschen (Salat) und zum Nachtisch ein Nährstängchen. Das Kuhschwanzbier darf nicht fehlen. Ein weiteres Beispiel gefällig? Bitte Sehr: Importierte, verpackte Schuhsohle aus Hamburg (Hamburger Schweineschnitzel). Oder das: Gerolltes Rindsleder mit Täcksen vernagelt (Rinderroulade mit Rotkohl und Klößen) Mahlzeit.

So gestärkt kann man den Weg zurück in Angriff nehmen. Das Havelland wartet auf uns. Wir überqueren die Elbe über die neue Brücke und arbeiten uns nach Premnitz durch. An der Havel und vielen Seen entlang geht es in Richtung Berlin. Bei Bagow biegen wir auf eine kleine Straße ab die uns durch einen Wald führt. Den Straßenbelag muss man gesehen haben: Ziegelsteine. Leider ist die Strecke etwas marode, aber noch fahrbar.

Über Nauen geht es dann ich Richtung Velten um im Coldehörn in Oberkrämer noch einen Kaffee zu trinken (wenn die Zeit passt wegen der Öffnungszeiten). Von dort kann man sich zur A11 durch mogeln und zurück nach Berlin fahren.

Herunterladen