Schorfheide

von Niederfinow um die Biosphäre zur Oder, 352km

Diese Tour führt uns in das nördliche Brandenburg. Je nach Lust, Laune und Wetter kann man die Tour auch nur bis zum Schiffshebewerk in Niederfinow machen, das den Ausgangspunkt für den 2. Teil der Tour bildet. Aber bleiben wir erst mal beim ersten Teil.

Wir verlassen den Süden Berlins über den Ortsteil Köpenick mit Ziel Strausberg. Man mogelt sich bis Friedrichshagen durch den Berliner Verkehr um dann auf einmal, noch in Berlin, im Wald zu stehen. Der Südosten ist überraschend grün. Entlang der alten Straßenbahnlinie 88 mit ihren Museeumszügen fahren durch den Wald in Richtung Rüdersdorf. Unterwegs kommen wir am Depot der Linie 88 vorbei. In Rüdersdorf kann man einen Blick auf die Ruinen der alten Kalkbrennerei werfen. Die geben eine Prima Kulisse für einen Endzeitfilm ab.

Vorbei an alten DDR Industrieanlagen, die längst verlassen sind, geht es vorbei am Stienitzsee über Hennickendorf weiter raus auf’s Land. Der Verkehr hat sich längst beruhigt und ist größtenteils sogar ganz verschwunden. So kann man problemlos über die Landstraßen cruisen.

Die Dörfer werden gen Norden immer weniger. Das Land wird hügeliger. Überall wechseln bestellte Felder mit Wald und Wiesen ab. Die vor uns liegende Landschaft ist durch die Eiszeit geprägt und hat überall kleine Seen. Kurz nach Cöthen, auf etwas über 100m Höhe sehen wir von weitem bereits den mächtigen Bau des Schiffshebewerks Niederfinow. Es geht eine gewundene Straße runter und das Navi zeigt auf einmal negative Höhenmeter. Wir befinden uns tatsächlich knapp unter dem Meeresspiegel. Das Hebewerk wird derzeit (2007) saniert und ist teilweise eingerüstet, kann aber trotzdem besichtigt werden.

Hier beginnt Teil 2 der Tour um und durch die Schorfheide. Wenn einem hier ein Wetterumschwung erwischt kann man auch abbrechen und zurück nach Berlin fahren. Das ist dann eine nette kleine Kurztour.

Wir fahren auf der L291 Entlang des Havel-Oder und Finowkanals nach Eberswalde. Alternativen gibt es kaum. Ich rate hier noch einmal zu tanken. Hinter Finowfurt überqueren wir die A11 und kommen wieder in Gegenden die ein entspanntes fahren erlauben. Entlang des Werbelinsee fahren wir am Westufer auf der B198. Wer Lust hat kann kurz vor Joachimsthal einen alten Wasserturm erklimmen und die grandiose Aussicht über die Seen genießen.

Weiter geht es über die L23 durch eine geniale Gegend. Es wird immer einsamer. In Friedrichswalde bin ich nach links auf die K6003 abgebogen … ein Fehler. Hier sollten nur Enduros langfahren. Ich habe die Tourdaten entsprechend geändert. Wer da trotzdem lang will kann zur Not den Radweg verwenden, den hat man sowieso für sich alleine.

Irgendwann erreicht man die B109. Hier fährt man unter mächtigen alten Allee Bäumen wie durch einen Tunnel. Schilder mahnen dazu das Licht einzuschalten. Auf der L24 steh ich in Genswalde auf einmal vor Sperrschildern. Nicht nur die Bevölkerung ist in dieser Gegend spärlich, auch die Ankündigung von Sperren erfolgt erst im letzten Moment. Also Umkehren und einen anderen Weg suchen. So habe ich dann sehr schöne K7318 für mich entdeckt. Fein zu fahren. Es geht immer weiter durch die Hügel und über die Felder vorbei an Seen bis Seehausen.

Von hier fahren wir nach Süden. Entlang von Bahngleisen geht es über eine etwas abenteuerliche Singletrak Straße am Oberuckersee vorbei. Wir überqueren erneut die A11 um über die L24 auf die B198 zu kommen die uns nach Angermünde führt. Wer will kann hier wieder etwas abkürzen oder die kleine Schleife fahren die uns noch einmal tiefer in die Schorfheide bringt. Über eine winzige Straße geht es durch den Wald um anschließend am Grimnitzsee zu münden. Hier gibt es ein Freibad an dem herrlich klaren See. Anschließend geht es zügig über die gut ausgebaute B198 wieder in Richtung Angermünde um dann aber vor der Stadt zum Parsteiner See abzubiegen. Die kleinen Landstraßen haben uns wieder und man fährt wieder über die Hügel.

Ein kurzes Stück Bundesstraße B158 und bald sind wir an der Oder. In Hohensaaten kann gleich hinter der Ampelgeregelten Brücke zur Schleuse abbiegen und vom Deich einen Blick über die Gegend werfen. Ein guter Rastplatz für eine Zigarettenpause.

Ein Stück entlang der Oder und dann biegen wir nach Oderberg ab um entlang der Kanäle zurück nach Niederfinow zu fahren. Hier kriegt man auf der B29 noch mal ein paar nette Kurven geboten, aber bitte nicht übertreiben, hier steht oft die Rennleitung.

Zurück nach Berlin kann man eigentlich den Wegweisern folgen. Es sind knapp 50-70km die schnell zu schaffen sind. Der Zeitbdarf für diese Tour beträgt mindestens 6 Stunden. Wer genießen will macht eine Tagestour daraus oder kürzt sie entsprechend seines Zeitplanes ein. Die Schorfheide habe ich sicher nicht zum letzten mal besucht. Viel Spaß beim Fahren.

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