Slowakei 2005

 

Motorradreise in die Hohe Tatra

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Slowakei - Hohe Tatra

Die Rückreise 

kleine Hindernisse auf dem Weg nach Berlin

Die Rückfahrt nach Berlin gehört ja eigentlich nicht zur Tour, aber trotzdem will ich hier noch ein Kapitel dafür einfügen. Das Wetter hat sich seit dem gestrigen Abend nicht gebessert. In Telc verabschiede ich mich von allen, da ich von hier aus über Prag nach Berlin fahren werde. Der Rest der Truppe fährt weiter nach westen.

Mariam begleitet mich noch bis zur Autobahn. Er muss heute den ganzen Weg bis Poprad zurück fahren. Kaum bin ich auf der Autobahn, fängt es an aus Kübeln zu schütten. Ich kann kaum das Display des GPS erkennen. Das geht bis hinter Prag so weiter. Ich lege noch einen Stop ein um meine letzten Kronen in Sprit und Kaffee zu investieren. Es ist empfindlich kalt und der Kaffee kommt genau richtig. In unregelmäßigen Abständen fahren kleine Gruppen Hells Angels an mir vorbei. Unschwer zu überhören und übersehen. Sie sind, genau wie ich, in Richtung Zinnwald unterwegs. Noch denke ich mir nichts weiter dabei.

Zinnwald liegt in den Wolken. Es sind nur 8° und ein kühler Wind weht. 'Macht nichts' denke ich mir, bin ja bald über die Berge. Tja, währe da nicht der Grenzübergang. Hier herrscht Alarmstufe 1 und alle Motorradfahrer werden raus gewunken und eine Sonderbehandlung unterzogen. Das volle Programm. Vor mir ist grade eine Truppe mit ihren Harleys angekommen. Papiere, Fahrgestellnummern etc. Ich steh und warte. Zuerst kommen die tschechischen Grenzer. Helm runter, Sonnenbrille runter, Papiere. Wieder warten. Dann das selbe Spielchen noch einmal bei unseren Grenzern. Die Krönung war dann die Frage "gehören sie zu denen da?" und deutet auf die Hells Angels. Gehts noch? Sehe ich auf meinem Japan Tourer in Goretex Klamotten etwa so aus? Eine Halbe Stunde später gehts in Richtung Dresden, vorbei an etlichen Tempokontrollen.

Der Rest der Strecke nach Berlin ist dann bald geschafft. Kaum raus aus den Bergen wird schlagartig warm und die Sonne scheint. Keine Spur von Regen. Die Reise ist beendet und ich mache mich über die Bilder her.

Fazit 

Was es sonst noch erwähnenswertes gibt

Offizielle Informationen über die Slowakei findet man auf den Webseiten des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Slowakischen Republik, die ich hier mal verlinke, dan man sie sonst nur schwer findet.

Meine Befürchtungen über eine Reise in den ehemaligen Ostblock erwiesen sich als gänzlich unbegründet. Ich habe das Land und die Leute als sehr offen und Gastfreundlich erlebt. Die Sprache ist zwar nach wie vor unverständlich für mich, aber mit deutsch, englisch, Händen und Füßen ist das kein Problem. Speisekarten sind in fast allen Restaurants mehrsprachig erhältlich. Irgendwie klappt das mit der Verständigung immer.

Apropos Essen. Beim Blick in eine Speisekarte muss man sich an folgendes gewöhnen: grüne Salate sind weitgehend unbekannt. Hier gibt es Kraut- oder Gurkensalat und ähnliches. Auch werden die Gerichte in Einzelteilen mit Gewichtsangaben aufgeführt. Man muss sich in der Regel das Gericht selber zusammenstellen was man essen möchte. Mittags gibt es fast überall einfache Küche mit dem bereits erwähnten Gulasch. Daran kann man sich gewöhnen.

Die Währung ist in beiden Ländern die Krone, aber mit unterschiedlichen Umrechnungsfaktoren und anderem Aussehen. In der Slowakei habe ich mir das Geld aus einem der reichlich verteilten Geldautomaten der Sparkasse gezogen. Ja, wirklich Sparkasse wie bei uns, aber die Bande hat natürlich trotzdem einen saftigen Auslandszuschlag von meinem Konto abgebucht. Sehr ärgerlich.

Seit dem 1.1.2000 muss man bei der Einreise die grüne Versicherungskarte dabei haben. Vergisst man diese und wird kontrolliert, kann die Einreise verweigert werden. Bei Kontrollen im Land kann ein hohes Bußgeld drohen. Aufgrund einer unklaren Gesetzgebung ist auch u.U. der Nachweis über eine Reisekrankenversicherung erforderlich!

Da wir abseits der Hauptverkehrsadern unterwegs waren, sind wir von Blitzern verschont geblieben. In den Städten muss man aufpassen, da in der Slowakei großflächig Tempo 40 getestet wird. Hier sieht man auch ab und zu mal einen Anhalteposten der zügige Fahrer mit seiner kleinen Kelle stoppt.

Wir waren vorsichtig, was den möglichen Diebstahl von Motorrädern betrifft. Während der Nacht waren diese immer eingeschlossen. In der Hohen Tatra standen sie allerdings offen vor dem Hotel. Hier hatten wir keine Bedenken. Während Besichtigungen blieb immer jemand an den Fahrzeugen zurück. Es gab Orte mit hoher Zigeunerdichte und da war doch aufpassen angesagt (wegen dem Gepäck).

Wenn ich hier von Zigeuner spreche, ist das nicht böse gemeint. Bei uns heißt das ja Sinti und Roma aber in der Slowakei ist das anders. Hier gibt es auch teilweise hausgemachte Probleme. So ganz verstanden habe ich die Hintergründe nicht, aber offenbar stellt der Staat Unterkünfte an bestimmten Orten für sie zur Verfügung. Das führt zu Slumbildung wie wir live vor Ort sehen konnten. Bloß nicht mit dem Motorrad stehen bleiben und evtl sogar fotografieren. Man hat uns davor gewarnt.

 

Ich würde jederzeit wieder eine Reise in die Slowakei unternehmen. Das Land ist von Tourismus noch nicht überlaufen und die Straßen sind im guten Zustand. Überall sind Trupps zur Erhaltung unterwegs. Abseits der Städte kann man das Land genießen. Eine Fahrt in die Hohe Tatra von Berlin aus über Polen ist auch nicht besonders weit. Nur knapp 650km und man ist vor Ort. Das wussten zu Zeiten der DDR auch schon die Deutschen zu schätzen und verbrachten dort ihren Urlaub.

 


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