1.Tag – München nach Bodensdorf

7.09.2006 – von München nach Bodensdorf in Kärnten (Österreich), 444km

Am Abend des 6.9 treffen wir uns gegen 20:00 in Berlin an der Spinnerbrücke. Das Wetter ist prima und selbst zu der späten Zeit sind hier überraschend viele Biker unterwegs. Wir haben noch Zeit für ein gemütliches Abendessen und Geplauder. Die Fahrkarten für den Autozug und Vignetten für die Österreicher Autobahn werden verteilt und so langsam machen wir uns gemeinsam zum Zug nach München auf den Weg. An der Verladerampe herrscht schon einiger Betrieb, seltsam für mitten in der Woche. Eine Gruppe Biker hat ein Begleitfahrzeug mit TV und Bierbar dabei. Es läuft Fußball im TV: San Marino-Deutschland, aktueller Stand 0:5

Wir verladen unsere Motorräder und erfahren den Grund warum es so voll ist: Alle wollen nach Österreich zum Treffen am Faaker See … Oops, da haben wir wohl was übersehen. Das Riesentreffen ist gleich um die Ecke von unserer Pension. Der Zug ist unten komplett mit Bikes gefüllt. Zurück bei den Wartenden (inzwischen steht es 0:9) vernichten wir erst mal unser mitgebrachtes Bier. So eine Partydose mit Zapfhahn ist schon nett. Eine 2. dabei zu haben ist noch netter. Unsere Nachbarn haben ein 20l selbst kühlendes Fass mitgebracht. Das verkürzt die Wartezeit auf den Zug, der gegen 22:30 abfahren soll, doch erheblich.

Endlich im Zug, der für mich nicht neu ist, geht es noch ein wenig munter weiter um dann mit Hilfe von Ohrstöpseln ein wenig Schlaf zu erhaschen. Die Strecke nach München wird offenbar immer mieser. Früher war die Fahrt deutlich ruhiger. Da sollte die Bahn mal was machen. Mit wenig Schlaf kommen wir bei strahlendem Sonnenschein gegen 7:00 in München an. Das wird ein langer und feiner Tag. Vor uns liegen ca. 450km. Auf geht’s.

Da man in München um diese Zeit nicht Frühstücken kann (hat irgendwer einen Tipp?) ist unser erstes Ziel Salzburg. Dort habe ich einen alten Bekannten, der mir was empfohlen hat. Daniel und ich freuen uns schon auf ein wiedersehen und so geht es auf die Bahn. Der Gasthof ist bald gefunden und mein Spezi ist auf bald eingetroffen. Leider ist die Sache mit den Sternen für ein Restaurant wohl deutlich unterschiedlich zu denen in Deutschland und so verschweigen wir mal den Namen des Gasthofs. Abhaken – vergessen. Raus aus dem Stadtgetümmel und weiter geht es Richtung Bad Ischl.

Die erste Aufwärmübung steht auf dem Programm: Loser Panorama Berg. Da das Wetter 1A ist, fahren wir die mautpflichtige Straße auf den Berg. Ist mit 5,- auch teurer geworden, aber was soll’s. Es macht Spaß die Kehren auf den Berg hoch zu düsen. Oben gibt es neben der grandiosen Aussicht erst mal einen brauchbaren Kaffee. Wer gute Fotos von dort oben machen möchte, sollte ganz früh kommen, wegen dem Sonnenstand, gegen Mittag fotografiert man gegen das Licht. Wir müssen dann leider auch weiter, es warten noch viele Kilometer auf uns.

Durch den Wald und über den Koppen Pass fahren wir nach Hallstatt am gleichnamigen See. Eine schöne Strecke, wenn man nicht hinter einem Bus fest hängt. Zuerst wollten wir in Hallstatt essen, aber die Zeit drängt schon und so machen wir nur ein paar Fotos. Die Kulisse ist malerisch und eigentlich sollte man einen Tag Zeit mitbringen um Hallstatt und die Salzstöcke oben am Berg zu erkunden – es lohnt sich. So fahren wir über Gosau und Annaberg in Richtung Radstadt um die Tauern zu überqueren.

Der Tauernpass ist recht simpel zu fahren. Mehrspurig und gut ausgebaut stellt er keine Herausforderung dar. Trotzdem macht es irgendwie Spaß zu fahren. Es geht zügig und flüssig voran. Oben angekommen ändert sich das Wetter schlagartig. In der Ferne wird es schwarz, Blitze zucken. Das könnte weniger lustig werden. Die Ersten von uns kramen vorsichtshalber nach den Regenklamotten, ich vertraue meiner alten Gore-Tex Kombi. Wir fahren nun offenbar einem Unwetter hinterher, das in den Nockbergen feststeckt. Da müssen wir aber auf unseren Weg Richtung Süden dran vorbei.

Bei Ramingstein liegt schon Schutt auf der Fahrbahn, die Polizei hat Nebenstraßen abgesperrt, der Himmel wird immer schwärzer aber noch ist es von oben trocken. Das Unwetter ist noch immer vor uns. Wir biegen Richtung Turracher Höhe ab und los geht es mit dem Regen. Es schüttet richtig und es wird kalt und dunkel. Na toll, da müssen wir leider durch. Kaum auf der anderen Seite angekommen, hört der Regen auf und bis Feldkirchen sind wir dank zügiger Fahrweise schon wieder abgetrocknet. Bis zur Pension sind es nur noch ein paar Kilometer und gegen 19:00 erreichen wir unsere Unterkunft.

Hier räkelt man sich am bereits angeheizten Grill in der Sonne, von dem Unwetter hat man hier nichts mitbekommen. Den Abend lassen wir mit einem leckeren Essen vom Grill und einheimischen Bier ausklingen. Kaum habe ich das Bett erreicht, schnappt die Falle auch schon zu und ich bin weg. Wenn ich da zu hause auch so schnell einschlafen könnte…

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2.Tag – Slowenien

8.09.2006 – Slowenien Tour 1, 388km

Im Zug haben wir uns auf folgenden Tagesablauf geeinigt: 7Uhr aufstehen, 8Uhr frühstücken, 9Uhr losfahren. Wir sind ja nicht zum schlafen hierher gekommen. Wir wollen freie Straßen und Kurven. Davon kriegen wir dann bald einige geboten. Aber zuerst mal ein gutes Frühstück in der Pension. Anschließend wird billig getankt. Keine Ökosteuer.

Daniel ist öfters hier in der Gegend und hat einen Teil der Strecke, die uns heute nach Slowenien führen wird, schon mal vorab erkundet um uns unnötige Überraschungen zu sparen. So geht es dann über Villach in Richtung Wurzenpass zur Grenze. Es sind einige Motorräder unterwegs. Der Faaker See ist nicht weit und die ersten Ausfahrten beginnen. Der Wurzen ist kurz und knackig. Durch den Wald, hinauf auf die Höhe und schon wieder fertig. Aber zum wach werden genau richtig. Auf uns warten aber größere Herausforderungen.

Nur ein paar Kilometer weiter bei Kranjska Gora beginnt die Einfahrt in den Vrsic Sattel (1611m). Ein Schild weißt darauf hin, das man hier nicht mit Anhänger fahren darf und das hat seinen Grund. Aber was kommt uns mitten auf dem Pass entgegen? Ein Deutscher mit Wohnwagen hinten dran. Er dürfte etwas gealtert sein bei der Überquerung. Der Pass ist nicht ganz leicht zu fahren. In jeder Kehre gibt es Kopfsteinpflaster und es gibt auch einigen Verkehr. Weiter oben stehen plötzlich Schafe auf der Fahrbahn und die Sicherung der Straße ist auch nicht auf dem besten Stand. Es ist also etwas Vorsicht angesagt. Trotzdem haben wir einigen Spaß auf der Strecke. Das Wetter ist noch etwas trübe, aber die Sonne kommt langsam durch.

Wir folgen nun dem Fluss Soca nach Süden. Die Straße ist Ok und schlängelt sich durch den Taleinschnitt. Wir lassen die Räder laufen und folgen dem flüssigen Verlauf der Straße bis Bovec Zaga. Wer die Zeit hat kann hier einen Abstecher zur Festung Kluze machen, die man schon in der Ferne sehen kann. Wir haben aber ein strammes Programm und machen erst am Boka Wasserfall eine kurze Pause. Wir folgen dem Verlauf der Soca immer weiter über Straßen mit wenig Verkehr. Es fährt sich einfach nur super.

Vor uns liegt Volce. Hier haben wir die Möglichkeit die Tour abzukürzen und direkt ins Restaurant zu fahren aber die Sonne knallt inzwischen runter und wir sind im Fahrrausch. Also folgen wir immer noch der Soca nach Süden in Richtung Italien. Lediglich eine kleine Baustelle hindert uns mal am zügigen Fahren. Es geht immer weiter und weiter. Das Navi von Daniel arbeitet (von meinem schweigen wir besser) und wir verlieren die Strecke nie aus den Augen. Erst bei Solkan verlassen wir den Flusslauf, der unterwegs ein paar mal gestaut wurde. Auf der anderen Flussseite sieht man abenteuerliche Eisenbahntunnel in den Berghängen der Strecke E55. Hoch über Solkan machen wir Fotos in das weite Tal und die Eisenbahnbrücke. Dahinten beginnt dann schon Italien.

Hier ist unser Wendepunkt. Es ist 13:30 und wir fahren wieder nach Norden. Die nun folgende Strecke ist Neuland und noch nicht erkundet. Ein weites Tal öffnet sich. Wir cruisen durch kleine Dörfer und an grünen Wiesen vorbei immer im Rhythmus der Kurven. Man kann weit voraus sehen und so entspannt fahren. Bei Cepovan müssen wir uns entscheiden, wie wir das Tal verlassen. Daniel hat den Weg nach rechts schon von der anderen Seite erkundet: Schotterpass. Also nehmen wir den Weg nach Links weiter durch das Tal. Prima Asphalt zieht sich unter uns entlang. Der Weg verschwindet in einem Wald und wir gehen auf die Bremse. Schluss mit Lustig, von nun an Schotter in Kehren bergab ins Tal der Idrijca. Ich werfe einen vorsichtigen Blick durch die Bäume runter … und halte mich anschließend Richtung Bergwand. Keine Leitplanken und Erbsenschotter und nebenan geht es gut 300m runter.

Langsam tasten wir uns den Weg runter. Unsere Straßenmaschinen sind halt keine Enduros aber auch dieses Hindernis packen wir. Reichlich verstaubt kehren wir in Most Na Soci in das Restaurant Sterk ein. Hier treffen wir wieder auf eine Gruppe niederländischer Harley Fahrer die wir am Morgen schon auf dem Vrsic Sattel gesehen haben. Im Restaurant spricht man deutsch, die Preise sind mehr als in Ordnung und zahlen können wir in Euros. Wir sind noch irgendwie beeindruckt von der Fahrt und vergessen die Zeit. Als wir vom Essen aufbrechen ist es plötzlich schon 16:00 und vor uns liegt noch ein ganzes Stück Strecke. Wir folgen unserem Plan, verfahren uns aber bei Cerkno was zur Folge hat das wir einen kleinen Pass zweimal fahren können eh wir wieder den richtigen Weg erreichen. Dieser Weg schlängelt sich durch die slowenischen Hügel und über kleine Bergrücken. Überall gibt es was zu sehen.

Über Skofja Loka und Kranj fahren wir weiter unserer Pension entgegen. Es ist bereits 18:00 und die Sonne sinkt schnell. Wir arbeiten uns auf den Seebergsattel zu den wir dann gegen 19:00 überqueren. Das Licht verschwindet langsam. In Eisenkappel-Vellach biegen wir links ab. Einer Empfehlung folgend fahren wir die L131/L108 entlang. Es lohnt sich. Dieses kleine Sträßchen schlängelt sich mit wenig Verkehr über Zell bis Ferlach. Es geht rauf und runter über kleine Hügel. Inzwischen ist es dunkel geworden und das Fernlicht meiner FJR kommt zum Einsatz. Wir müssen uns langsam sputen um noch was zu Essen zu kriegen, denn ab 22:00 ist hier alles zu. Wir schaffen es noch rechtzeitig bis Wernberg wo Daniel uns in ein gutes Restaurant führt. Uns allen tut der Aller werteste weh. Die Tour war doch länger als geplant und müsste in 2 Tagestouren gesplittet werden um alles in Ruhe genießen zu können.

Ziemlich geplättet kommen wir spät in Bodensdorf an. Es reicht noch für das eine oder andere Bier und den leckeren Obstler und dann geht nichts mehr. Ab ins Bett und weg.

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3.Tag – Triglav

9.09.2006 – Triglav (Slowenien und Italien), 253km

Die Dusche und der Kaffee in der Pension weckt unsere Lebensgeister, die doch gestern etwas gelitten haben. Heute steht als Entspannung eine kürzere Tour auf dem Programm. Wir wollen zuerst nach Slowenien um dann über den Triglav nach Italien zu fahren. Dort soll es über den Sella Nevea und an der Fella entlang über den Nassfeldpass gehen, der uns zurück nach Österreich bringen soll. Soweit die Planung…

So brechen wir um 9:00 zum Loiblpass auf. Es geht vorbei am Wörthersee und über den Ferlacher Stausee zum Pass. Das ist eine schöne Aufwärmübung um wieder Kurvengefühl zu bekommen. Die Sonne scheint zwar aber es ist kühl. Oben am Pass auf 1367m ist es dann richtig kalt. Die Sonne heizt, aber die Luft will nicht mitmachen. Wir fahren den Pass runter nach Trzic wo wir nach Bled abbiegen.

Unser erstes Zwischenziel, der Veldeser See, ist bald erreicht. Der See ist eine ideale Fotokulisse. Das Wasser sieht so einladend aus, aber Baden ist leider verboten. Hier fahren Ruderboote mit Hochzeitspaaren. Schnell ein paar Fotos und dann raus aus dem Trubel an die andere Seeseite.

Hier ist ein kleines Café was zu einer Pause einlädt. MTV Weekend baut am See eine Bühne auf, erste Proben laufen. Frisch motiviert satteln wir wieder auf und nähern und weiter dem Triglav. Wir fahren über Jesenice in Richtung Italien. Das Triglav Gebirge mit dem höchsten Gipfel der Slowakei (Terglou, 2864m) liegt südlich von uns. Es geht immer weiter auf der 1 nach Westen. Kurz hinter Ratece erreichen wir Italien. Über Fusine in Valromana fahren wir bis Tarvisio, aber nicht rein in die Stadt. Wir biegen hier nach Süden auf die SS54 ab.

Diese Straße führt uns durch eine schöne Bergwelt. Sehr nett zu fahren. Es geht vorbei am Lago di Raibl, an dem es eine Surfschule gibt. Durch die Berge bläst hier ein ordentlicher Wind und die Surfer versuchen nicht ins kalte Wasser zu fallen. Es bläst dermaßen das auf dem See reichlich Wellen sind. Ein Stück weiter ist es fast windstill. Nur wenige Kilometer weiter kennt Daniel eine kleine Berghütte, an der wir Station machen. Wir lassen uns Spagetti und Salat schmecken und genießen die Umgebung. Es fahren reichlich Biker vorbei, die Strecke ist beliebt.

Gleich nach der Pause steht der Sella Nevea Pass auf der Tagesordnung. Dieser Pass ist nicht sehr hoch, nur ca. 1160m, bietet aber ein paar nette Kurven. Wir folgen nun der SP76 bis nach Chiusaforte wo sich die Fella ein Tal gegraben hat. Wir bleiben auf der Landstraße nach Norden. Neben uns läuft die A23 auf ihren Stelzen in abenteuerlicher Weise durch das Tal. Mein Quest2 verabschiedet sich mal wieder. Im Tal ist kein Empfang und das Teil stürzt mal wieder ständig ab. So verpassen wir bei Pontebba die Abfahrt zum Nassfeldpass. Auf der Schnellstraße eine Möglichkeit zum Wenden zu finden ist nicht leicht. Erst ein paar Kilometer weiter gelingt es uns.

Also zurück zur verpassten Abfahrt. Kaum im Dorf springt uns ein Männchen in Warnweste und mit Funkgerät bewaffnet für die Räder und fuchtelt rum. Es geht nicht weiter. Der Pass ist wegen einer Sportveranstaltung gesperrt. Der Mann spricht nur italienisch und so dauert es eine Weile bis wir raus kriegen das wir hier nirgends weiterkommen. So ein Ärger. Wir müssen der Landstraße weiter bis Treviso folgen und können den Rest der geplanten Route nicht abfahren. Der Rest der Strecke ist dann recht Öde. Dafür sind wir aber schnell wieder in Bodensdorf und können am Abend noch ein Highlight in Angriff nehmen. Aber zuerst muss sich Daniel noch um seine ‚K‘ kümmern. Die Gabelbrücke sitzt schief, irgendwie muss die Klemmung verrutscht sein. Bei der Gelegenheit wird auch gleich das nervige Bremsenquietschen abgestellt.

Für den Abend führt uns Daniel zur ‚Eders Einkehr‚ auf den Gerlitzen am Ossiacher See. Eders Einkehr ist ein Gasthaus, das man nur über einen abenteuerliche Serpentinen erreicht. Die Einfahrt dazu liegt in Anneheim neben der Shell Tankstelle. Der Weg windet sich mehrere 100m den Berg hoch. Noch ist es hell und der Weg ist fahrbar. Nachher bergab wird es sicher lustig. Im Gasthof gibt es ausschließlich landestypisches zu essen und zu trinken. Alles stammt aus der Region und wird frisch zubereitet. Die Chefin berät uns ein wenig und so gibt es 2 Jausen Platten und verschieden gefüllte Nudeln mit Kraut (Maultaschen). Der Radler ist mit Holundersaft gemischt. Es ist ein genialer Abend.

Wir genießen diesen Abend auf der Hütte. Der Ausblick über den See und die Burg auf der anderen Seite ist fantastisch. Aber irgendwann müssen wir halt wieder runter. Es ist inzwischen stockfinster geworden und der Weg runter wird eine Herausforderung, aber es gelingt unbeschadet unten anzukommen. Wer in der Gegend ist sollte auf jeden Fall dort einmal vorbei sehen. Die letzten Meter in die Pension, vorbei am im Mondlicht liegenden See, schaffen wir dann auch noch. Die Bettfalle schnappt wieder zu.

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4.Tag – Slowenien

10.09.2006 – Slowenien Tour 2 (Das unentdeckte Land), 329km

Nachdem wir gestern den Tag so schön abgeschlossen haben ist unsere Stimmung an diesem Morgen bestens. Auch heute scheint wieder die Sonne. Wir wollen heute wieder eine Slowenienrunde machen. Ein Großteil der Strecke ist auf der Landkarte entstanden. Wir haben zwar versucht über Google Earth raus zu kriegen, wo wir da lang fahren, aber heute wird es sicher die eine oder andere Überraschung geben, das ist sicher.

Zuerst geht es wie gehabt zum Loiblpass. Den Weg kennen wir schon. Diesmal biegen wir nicht in Trzic ab und folgen der 1-1 weiter nach Süden. Wir überqueren die Sava und fahren nach Kropa wo wir an einer kleinen Brücke und einem Denkmal ein paar Fotos schießen. Die Inschrift kann ich leider nicht lesen, es geht aber wohl um den 2. Weltkrieg. Direkt hinter Kropa geht die Straße in einigen Serpentinen auf einen Bergrücken hoch. Es ist überraschend viel Verkehr. Viele Slowenen sind auf Sonntagsausflug. Oben auf dem Bergrücken öffnet sich ein weiter Blick ins Tal und auf eine malerisch gelegene Kirche gegenüber auf einem Berg.

Auf einer Höhe von rund 800m folgen wir der Straße über die Hügel bis zu einem größeren Denkmal mit einem Mosaik, das Szenen aus dem Weltkrieg darstellt. Auch hier muss es irgendwie um den Widerstand im Krieg gehen. Die Beschreibungen kann ich auch diesmal nicht lesen – Schade. Gleich danach geht es in Kehren runter vom Berg nach Cesnjica. An den Ufern der Selska Sora geht es wieder entlang nach Osten. Die Strecke ist sehr flüssig zu fahren und windet sich in weiten Schwüngen immer am Fluss entlang.

In Skofja Loka wollen wir Mittagspause machen. Die Altstadt lädt zu einem längeren Besuch ein, aber soviel Zeit haben wir leider nicht. Wir finden eine kleine versteckte Pizzeria direkt am Wasser. Die Bedienung spricht fließend englisch, so das einer Bestellung nichts entgegen steht. Die Salate kommen und sind äußerst lecker nur unsere Pizzen vergisst der junge Mann. Er ist wohl etwas durch den Wind, wie einige Blessuren im Gesicht deutlich zeigen. Leider drängt die Zeit und so können wir das Angebot der Gratis Pizzen nicht mehr annehmen – ein ander mal.

Bis hier hin war die Strecke für uns noch bekannt. Nun folgt aber der spannende Teil der Strecke. Wir fahren weiter bis Kamnik durch eine hübsche Kulturlandschaft. Von dort fahren wir nach Karte in das Grenzgebiet zu Österreich. Hier gibt es kaum Orte, die Straßen werden schmal. Um so mehr überrascht das Verkehrsaufkommen auf diesen kleinen Pisten. Es ist Sonntag und es handelt sich offenbar um Ausflügler. Wir fahren auf der ‚Stahovica-Crniv‘ die sich immer weiter in die Höhe windet. Unerwartet finden wir uns plötzlich auf einer Schotterpiste wieder, die sich auf über 1000m hoch schraubt. Der Belag ist einigermaßen fest aber es staubt ohne Ende. Bald sind wir richtig gepudert.

Unser Durchschnittstempo sinkt drastisch. Dieser Weg ist eher was für eine GS oder Varadero, aber nicht für eine FJR. Nützt nicht, da müssen wir nun durch. Zum Glück geht diese Straße bald in eine Art Baustellenstraße über, die sich versteckt durch den Wald windet und uns vom Berg runter führt. Oben wird offenbar ein Skiresort gebaut. So kommen wir bei Luce wieder auf Asphalt. Allerdings währt die Freude nicht lange, denn der Schotter holt uns kurz hinter Solcava wieder ein. Wir folgen der Straße Solcava – Podolseva – Sleme immer durch den Staub. Es geht auf über 1200m hoch und die Gegend ist sehr reizvoll. Mit dem richtigen Motorrad durchaus eine Empfehlung.

Wir sind aber froh, das wir den Schotter bei Crna Na Koroskem hinter uns haben. Die letzte Tankstelle liegt lange hinter uns und wir finden in dieser Gegend auch keine die offen hat. Der Sprit wird knapp und wir beschließen die Tour etwas abzukürzen. Noch weiter nach Osten ist uns zu risikoreich, da kommen kaum größere Städte die auf eine offene Tankstelle hoffen lassen und so folgen wir dem Fluß Meza durch eine hübsche kleine Schlucht über Mezica in Richtung Bleiburg (Österreich). Hier wollen wir an der ersten Tankstelle den Staub abspülen aber der Waschplatz ist leider außer Betrieb. Also nur voll tanken und ab über die Autobahn zurück zur Pension. Wir sind vom Schotter etwas geschafft.

Das wir die Autobahn wählen hat noch einen anderen Grund: Der Grill ruft! Wir haben für den Abend nochmals ein Grillessen angesetzt und freuen uns schon auf die Steaks und den leckeren Kartoffelsalat. Gegen die tief stehende Sonne fahren wir also so schnell es Österreicher Autobahnen zulassen und sitzen bald beim Essen. Danach spülen wir noch die Maschinen ein wenig ab, denn man konnte schon fast die Farbe nicht mehr erkennen.

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5.Tag – Nockalm und Großglockner

11.09.2006 – Nockalm und Großglockner, 431km

Unser letzter Tag in Österreich bricht an. Pünktlich um 9:00 geht es wieder los. Heute wollen zuerst über die Nockalm, dann den Tauern und zurück über den Großglockner. Geplant ist eine 450KM Tour. Vom Start weg macht mir mein Garmin Quest2 Navi Stress. Das Teil will meine Route nicht fressen und stürzt im Sekundentakt ab. Erst kurz vor der Nockalm gelingt es mir das Gerät auf Luftlinienrouting umzustellen und so den Rest der Route zu bewältigen. Ab jetzt gibt das Gerät Ruhe.

Kurz vor der dem Nationalpark Nockberge tanken wir nochmal voll und begeben uns dann auf die Spielwiese. Die Maut für die Nockalm und den Großglockner haben wir bereits in Berlin über den ADAC bezahlt und so einen guten Rabatt erhalten. Bei der Einfahrt in die Alm werden die Kennzeichen digital erfasst und auf der Eintrittskarte vermerkt. Auf der Nockalmstrecke gilt Tempo 70. Wir lassen es ruhig angehen und genießen die Landschaft. Es ist super Fotowetter und so machen wir zwischen den Kurven einige Pausen um die Gegend abzulichten.

Das Mautgeld wird offenbar gut angelegt. Der Asphalt ist tadellos und seit meinem letztem Besuch sind einige Leitplanken hinzugekommen. Früher ging es da ungehindert bergab. Es macht Spaß die Strecke zu fahren. Wir haben die Süd-Nord Route gewählt, meiner Meinung nach die reizvollere Variante. Oben auf der Höhe machen wir einen letzten Stopp eh wir uns an die kurze und schnelle Abfahrt machen. Wir verlassen das Nockalmgebiet über Bundschuh und kurven durch das Tal in Richtung Tauernpass.

Wir fahren weiter vorbei am Schloss Moosham zum Tauern. Der Tauernpass ist auch in Gegenrichtung nicht besonders prickelnd. Schnell drüber und weiter. Vor uns liegt nun ein weniger schönes Stück Verbindungsetappe über Sankt Johann zum Glockner, das sich ganz schön in die Länge zieht. Etwas später als erwartet erreichen wir gegen 14:00 die Mautstation zu unserer 2. Spielwiese an diesem Tag.

Die ersten scharren schon mit den Füßen und so vereinbaren wir oben einen Treffpunkt und freies fahren, jeder so wie er will. Noch ein Schluck trinken, etwas Nervennahrung und ab geht’s. Auch auf der Großglockner-Hochalpenstraße ist die Maut gut angelegt und die Straße ist in guten Zustand. Mir fällt bald das wenige Eis auf den Bergen auf, das noch zu sehen ist. Vor Jahren sah das hier anders aus. Oben an der Pasterze sieht man es sehr deutlich. Von dem Gletscher ist fast nichts mehr zu sehen. Auf dem Weg nach oben mach ich etliche Fotostopps.

Man kann sich nicht verfahren und so treffen wir uns unterwegs immer wieder. Ein Teil der Truppe macht einen Abstecher zur Edelweisspitze hoch, die anderen sehen sich an den Aussichtsplattformen um. Ein getarnter Ford Erlkönig kommt entgegen, vermutlich der neue Mondeo. Zu schnell ist er wieder weg um ein Foto zu machen, schade. Die Sonne brennt, es gibt viel zu sehen. Wir fahren rauf und runter, Kurven ohne Ende, viel Spaß. Aber alles geht mal vorbei und so treten wir den Weg Richtung Heiligenblut an.

Es ist spät geworden. Wir wollen noch was essen und beschließen die geplante Route abzukürzen. Daniel will auf kürzesten Weg zu einer guten Pizzeria in Tarviso/Italien. So geht es über den Kreuzbergsattel, eine recht abenteuerliche Strecke, in Richtung Süden. Wir arbeiten uns zur Pizzeria durch – Montags Ruhetag, dumm gelaufen. Also zurück Richtung Bodensdorf, wo wir gegen 19:30 wegen dem dort laufenden Kirchtagfest ein gutes Restaurant finden, das heute offen hat. Abschluss eine langen Tages.

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