BDC Frankreich Tag 07 von Savigny les Beaune nach Morsbronn

tag07-003
Lud’Hotel Savignyles-Beaune

Die Tour durch das Chateau am Vortag spüre ich noch in den Beinen als wir bei strahlend blauen Himmel auf der Frühstücks-Veranda sitzen. Wir machen das Beste aus den uns zur Verfügung stehenden Mitteln und bereiten uns auf einen langen Tag vor. Die Etappe heute soll uns ins 400km entfernte Morsbronn-les-Bains im Elsass bringen. Wir begleichen unsere Rechnung, sammeln alles ein und verstauen das Gepäck. Wir sind abfahrt-bereit aber nicht mein Motorrad. Schlüssel rein und gar nichts passiert aber ich merke in dem Augenblick schon was los ist. Beim Abstellen vor 2 Tagen ist mir das Schloss in Parklicht-Stellung gerutscht und das überlebt eine kleine Motorrad-Batterie nicht, die schon ein wenig schwächelte.

tag07-007
Wer den Schaden hat …

Also erst mal wieder raus aus den Klamotten, Werkzeug gesucht, Verkleidung demontieren. Anders kommt man ja bei mir nicht an den Übeltäter ran. Steffen versucht mir Starthilfe zu geben aber das klappt nicht. Der Akku ist dermaßen tot das nichts geht. Mein Anlasser zieht zu viel Strom und ohne Strom geht weder Elektronik noch Benzinpumpe. Nach einigen Versuchen gibt uns der Besitzer des Hotels mit seinem großen Diesel ordentlich Power und nachdem wir an meiner Dicken eine vernünftige Masse bei all dem Plastik und Lack gefunden haben gibt der 4-Zylinder endlich wieder Lebenszeichen. Merci.

Wir messen nochmal und der Akku scheint Ladung anzunehmen. Mit einer guten Stunde Verspätung brechen wir nun nach Norden in Richtung Dijon auf. Eben haben wir noch beim schrauben in der Sonne geschwitzt aber die Luft ist beim fahren doch deutlich zu kühl. Also erst mal wieder anhalten und darauf achten das der Motor auch an bleibt, denn noch reicht die Ladung garantiert nicht für einen erneuten Start. Also Gang raus ehe der Ständer kommt, Licht aus, laufen lassen und Klamotten überziehen. Alles geht gut aber wir müssen noch tanken und kurz vor Dijon muss neuer Sprit her. Es kommt wie es kommen muss, es reicht noch nicht zum anlassen aber immerhin kommt die Elektronik und die Pumpe und so reicht es das Steffen kurz anschiebt um die Geister neu zu wecken. Das kann ja noch lustig werden. Ich bin schon in Gedanken, wo ich hier eine neue Batterie auftreiben soll. Da uns die Zeit weg läuft lassen wir den geplanten Abstecher nach Dijon aus und umfahren die Stadt. Dadurch haben wir heute auch relativ wenige Fotos auf unseren Speicherkarten.

So geht es weiter in Richtung Vogesen, die wir aber diesmal am westlichen Rand passieren wollen. Am Himmel erscheinen auf einmal kleine dunkle Wolken und so dauert es nicht lange bis wir in einen kurzen aber heftigen Schauer geraten. Rund herum scheint die Sonne und wir werden nass. Womit haben wir das verdient? Beim nächsten kleinen Rast-Stopp lass ich die FJR auch weiterlaufen. Der Lüfter ist schwer am schuften aber ich mach die jetzt noch nicht aus. Später auf dem Weg überrascht uns noch ein Hagelschauer und wir flüchten in eine Bäckerei. Diesmal ist das Motorrad aus aber nachdem wir uns gestärkt haben und die dunkle Wolke weg ist tut meine Dicke so als sei nichts gewesen und springt an. Glück gehabt, alle Zellen der Batterie noch in Ordnung.

tag07-015
Begegnung am Ratplatz

Wir haben eine Lange Etappe zu bewältigen und nehmen die Schnellstraße. Hier darf 110 gefahren werden und wir kommen zügig voran. Rechts ziehen die Berge der Vogesen vorbei und ich muss aufpassen rechtzeitig die Schnellstraße N4 bei Phalsbourg zu verlassen ehe sie zur Autobahn A4 wird, dann da steht eine Mautstelle. Die Ausfahrt ist ein wenig vertrackt aber wir schaffen es gerade so und landen auch gleich auf einen Autohof, wo Steffen seiner Triumph ein wenig Benzin gönnt. In meinem Fass ist noch reichlich drin. Während wir noch Kaffee trinken wird es plötzlich eng auf dem Platz als mehrere Sattelschlepper mit Schützenpanzer auf der Ladefläche hier auch einen Halt einlegen.

tag07-019Die letzten Kilometer zu unserer Unterkunft, dem Hôtel Restaurant Ritter’Hoft Morsbronn-les-Bains, fahren wir wieder zur Entspannung über kleine Nebenstraßen durch das Réserve Nationale de Chasse de la Petite-Pierre. Das Wetter hat sich erholt und wir genießen die Abendsonne auf unserem Weg über die Hügel und kleine Städtchen ins Hotel. Dort angekommen erinnert man sich dann auch bald an unseren Besuch von 2008, als wir unsere erste Elsass Tour gemacht haben. Die Chefin ist ehemalige Berlinerin und mit der Verständigung hat man hier überhaupt kein Problem. Die Motorräder dürfen auf dem Hof parken und wir bringen unsere Sachen aufs Zimmer. Nachdem wir uns eingerichtet haben freuen uns auf das Abendessen. Wir haben für 2 Tage Halbpension gebucht, denn die Küche hier ist sehr gut. Es gibt mehrere Gänge, dazu ein (oder 2) Bier und der ganze Ärger von heute Morgen ist vergessen. Steffen nutzt das brauchbare WLAN um mit WhatsApp nach Hause zu telefonieren und ich lass den Tag auf der Veranda ausklingen.

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Auf der Seite 2 gibt es die Reiseroute und auf Seite 3 die Bilder vom Tag

BDC Frankreich Tag 08 Maginot-Linie Elsass

tag08-003
Startklar am Morgen in Morsbronn

Heute bleiben wir in der Gegend und machen eine kleine Rundfahrt nach Bitche und Schoenebourg um ein paar interessante Orte zu besichtigen. Im Hotel gibt es aber erst einmal ein brauchbares Frühstück und anschließend messen wir noch einmal die Spannung meiner Batterie – alles ok. Also steht einer schönen Tour durch den nördlichen Elsass nichts im Weg. Mit passender Musik im Helm starten wir in Richtung Uberach, denn hier wollen wir in der Distillerie Artisanale Hepp ein wenig einkaufen. Ich freue mich schon auf den kleinen aber feinen Hof-Laden. Kurz nach dem Eintreten erkennt uns der Chef auch wieder, obwohl unser letzter Besuch schon 7 Jahre her ist. Wir kaufen ein paar Mitbringsel ein und setzen dann unseren Weg fort. Die Flaschen bleiben bis Berlin zu – don’t drink and drive.

tag08-014
vor der Zitadelle Bitsche

Nach dem wir die durch Landwirtschaft geprägten Hügel und Felder hinter uns gelassen haben fahren wir bei Dossenheim-zur-Zinsel wieder in den Réserve Nationale de Chasse de la Petite-Pierre ein, den wir gestern schon auf unserer Anreise kurz geschnitten haben. Heute werden wir aber ein längeres Stück durch die schöne Gegend des Nationalparks fahren. Wie immer legen wir ein eher gemütliches Tempo vor und genießen die Verkehrsarme Straße, die uns durch die dichten Wälder bringt. Wir passieren La Petite-Pierre, wo uns eine ganze Staffel Gendarmerie auf Motorrädern entgegen kommt. Der entgegen kommende Verkehr warnt dann auch fleißig vor weiteren Posten am Wegessrand aber wir bleiben unbehelligt. Scheinbar trainieren sie hier die Verkehrsstaffel oder ein anderes Manöver ist im Gange.

Immer weiter geht es über die Dörfer und kleine Städte weiter nach Bitche, wo wir hoch zum Parkplatz vor der Zitadelle Bitsche fahren. Ich kenne den Weg schon vom Besuch im Jahr 2008 und so verpassen wir die Einfahrt diesmal nicht.

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Blick auf Bitche von der Zitadelle

Die imposante Festung thront auf einer Klippe hoch über der Stadt und wir müssen vom Parkplatz erst mal den Berg hoch. Die Klamotten und Helme bleiben aber in den leeren Koffern am Motorrad zurück, denn die Sonne meint es heute wieder gut mit uns. Das finden auch die vielen Eidechsen, die hier überall herum wuseln und auf den Mauern der Festung Wärme tanken. Eine Besichtigung der Zitadelle von innen haben wir aus Zeitgründen nicht vor denn um 14Uhr öffnet das Fort Schoenebourg und bis dahin sind es noch ein paar Kilometer. So umrunden wir die Zitadelle einmal von außen und genießen die Aussicht von hier oben runter auf die Stadt. Wer sich vorab über die Zitadelle informieren will findet neben den Informationen auf der offiziellen Homepage in der Wikipedia einen brauchbaren Artikel.

tag08-091
Neidisch?

Nach unserem Spaziergang um die Zitadelle haben nicht nur wir Durst sondern auch das Motorrad von Steffen und so suchen wir die eine von zwei Tankstellen mit angeschlossenen Supermarkt der Stadt auf. Zuerst verpflegen wir uns, kaufen frisches Baguette, Salami, Käse und Kleinigkeiten ein und befassen uns dann mit dem Tankautomaten. Bis jetzt sind wir immer mit Bargeld durch gekommen aber hier gibt es weit und breit nur Automaten. Die Menü-Führung ist natürlich nur in französisch verfügbar und erst mal ist nicht wirklich klar was die von einem wollen. Wir beißen uns über Säulennummer, Kraftstofftyp und Kartenart zur Pin-Eingabe durch um dann vom Automaten abgelehnt zu werden. Na toll. Also zur nächsten Automaten-Tanke um die Ecke und diesmal klappt es. So geht es nun weiter nach Osten in Richtung Schoenebourg. Als wir eine gemütliche Bank am Straßenrand entdecken halten wir und packen unseren Einkauf aus – Picknick ist angesagt, lecker!

tag08-106
Endloser Gang im Fort Schoenebourg

Irgendwie verlieren wir die Zeit aus den Augen und so ist es bereits fast 15Uhr als wir am Materialeingang des Fort Schoenebourg eintreffen. Wochentags ist der Einlass nur von 14-16Uhr geöffnet und gegen 17Uhr schließt man dann. So bleiben uns nur gute 2 Stunden zur Besichtigung des unterirdischen Fort, das durch einen Förderverein instand gehalten wird. Die Gelder aus dem Eintritt leisten einen Beitrag um die Anlage zu erhalten. Unten im Fort ist es recht kühl und wir ziehen uns vorher passend um. Es ist auch einiges an Wegstrecke zurück zu legen und so sollte man auf gutes Schuhwerk achten. Nach der Kasse geht es über das Treppenhaus des Materialeingang erst mal über 30m in die Tiefe. Oben sieht man nichts weiter als einen kleinen Bunker-Bau, 300m weiter noch einen kleineren, der den Truppenzugang darstellt. Mehr ist nicht zu erkennen.

tag08-166
Im Fort Schoenebourg

Die Anlage ist gut Organisiert und wir folgen den Hinweisen durch die einzelnen Räume. Auf dieser Seite des Forts befinden sich die Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen sowie die Technik, die benötigt wird die Anlage zu betreiben. Es ist schon faszinieren zu sehen was hier geschaffen wurde. Das alles wurde unter Tage in den Boden gegraben. Es existiert auch eine kleine Bahnlinie samt Bahnhof und Züge, die aber leider nicht in Betrieb sind. Warum? Nun ja, die Anlage besteht aus 2 Teilen und um zur Gefechtsstellung zu kommen muss man einen endlosen Stollen folgen, der sich in der Ferne verliert. Wenn man meint das Ende erreicht zu haben macht der Stollen eine Kurve und man muss noch einmal so weit laufen um zum Kampfbereich zu kommen. Bedenken muss man auch, das man die Strecke auch noch einmal zurück laufen muss. Wer sich einen Eindruck von den Ausmaßen der Anlage verschaffen will kann sich das von oben bei Google Maps ansehen. Die Gefechtsstellungen liegen rechts oben an der D76. Der Besuch des Fort lohnt sich, auch für Pazifisten.

Nach dem Besuch sind wir ziemlich geplättet als wir nach draußen in die Wärme kommen. Zum Glück ist es bis zum Hotel nicht weit und wir freuen uns schon auf eine Dusche und unsere Abendessen.

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Auf der Seite 2 gibt es die Reiseroute, Seite 3 Bilder aus Bitche und auf Seite 4 aus Schoenenbourg

Tag 1 – Neuf Brisach

18.6.2004 – Anfahrt nach Neuf Brisach zum Treffpunk

Heute haben wir den ganzen Tag Zeit um die kurze Strecke vom Bodensee über Freiburg nach Neuf Brisach zum Treffpunkt hinter uns zu bringen. So Frühstücken wir erst mal in aller Ruhe im Kreuz um dann über die B33/B31 in Richtung Freiburg zu fahren. Am Höllsteig und der angeblich größten Kuckucksuhr der Welt (ein Haus) legen wir noch eine Pause ein um anschließend die Blitzer Technik Ausstellung in Freiburg zu besuchen.

Da ich aus Berlin nicht so oft in diesen Teil Deutschlands komme muss ich mich doch schon arg wundern was hier vor sich geht. Irgendwie übertreiben die Verantwortlichen ein wenig wenn es um das zu-pflastern mit Blitzer-Kästen geht. Fast an jeder Kreuzung ein Rotlicht Blitzer ist einfach nicht normal. Der Kraftfahrer – Dein Feind, das scheint hier das Motto zu sein.

Also schnell durch und weg aus dieser Stadt. Wir bleiben auf der B31, überqueren die A5 und erreichen bald den Rhein. Nun bin ich zum ersten mal in Frankreich. Bis Neuf Brisach sind es nur ein paar Kilometer und wir haben noch viel Zeit. So machen wir noch einen Abstecher in die Umgebung um alte Kontakte von Michael aufzufrischen. Eine Stippvisite in einer Biker-Kneipe steht an. Da drin ist eine urige Einrichtung und es gibt ein freudiges Hallo. Wir erfrischen uns ein wenig und fahren dann in die alte Festungsstadt Neuf Brisach im Elsass wo unser Ziel das Hotel Aux Deux Roses ist.

Wir sind die Ersten und so richten wir uns auf dem Zimmer ein und ich erkunde anschließend zu Fuß die Stadt. Dieser Ort wurde zur Zeit Ludwig des 14. vom Architekten Vauban als Grenzbefestigung 1699 erbaut. Die Gebäude der Stadt wurden quadratisch angelegt und sind von zwei Verteidigungswällen mit je nur einer Zufahrt in den Himmelsrichtungen umgeben. Durch die Anordnung der inneren und äußeren Mauer ergibt sich ein sternförmiger Außengrundriss der Stadt. Im Inneren der dicken Mauern des äußeren Walls konnten sehr viele Soldaten untergebracht werden. Er war zu beiden Seiten mit Schießscharten versehen versehen, so das man potentielle Angreifer zwischen der ersten und zweiten Mauer unter Feuer nehmen konnte. Das alle ist bis heute erhalten geblieben und kann besichtigt werden. Es ist eine recht beeindruckende Anlage.

Am späten Nachmittag setzte leichter Regen ein und ich kehrte ins Hotel zurück wo inzwischen die anderen Teilnehmer der Reise eingetroffen sind. Mit Günther, Erwin und Wolfram sind wir nun insgesamt 5 Leute die gemeinsam auf die Öffnung der Küche warten, denn es wurde uns ein leckerer Abend versprochen. Und um es vorweg zu nehmen – es wurde lecker. Wenn man schon mal im Elsass ist, dann bitte vorne weg einen Flammkuchen. Dumm ist nur, das der so groß ist, das es ein Hauptgericht sein könnte. Aber das passt schon. Der Koch ist spitze und so lassen wir uns bei gutem Wein die restlichen Gänge schmecken.

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Seite 2 Bilder vom Tag