3.Tag – Triglav

9.09.2006 – Triglav (Slowenien und Italien), 253km

Die Dusche und der Kaffee in der Pension weckt unsere Lebensgeister, die doch gestern etwas gelitten haben. Heute steht als Entspannung eine kürzere Tour auf dem Programm. Wir wollen zuerst nach Slowenien um dann über den Triglav nach Italien zu fahren. Dort soll es über den Sella Nevea und an der Fella entlang über den Nassfeldpass gehen, der uns zurück nach Österreich bringen soll. Soweit die Planung…

So brechen wir um 9:00 zum Loiblpass auf. Es geht vorbei am Wörthersee und über den Ferlacher Stausee zum Pass. Das ist eine schöne Aufwärmübung um wieder Kurvengefühl zu bekommen. Die Sonne scheint zwar aber es ist kühl. Oben am Pass auf 1367m ist es dann richtig kalt. Die Sonne heizt, aber die Luft will nicht mitmachen. Wir fahren den Pass runter nach Trzic wo wir nach Bled abbiegen.

Unser erstes Zwischenziel, der Veldeser See, ist bald erreicht. Der See ist eine ideale Fotokulisse. Das Wasser sieht so einladend aus, aber Baden ist leider verboten. Hier fahren Ruderboote mit Hochzeitspaaren. Schnell ein paar Fotos und dann raus aus dem Trubel an die andere Seeseite.

Hier ist ein kleines Café was zu einer Pause einlädt. MTV Weekend baut am See eine Bühne auf, erste Proben laufen. Frisch motiviert satteln wir wieder auf und nähern und weiter dem Triglav. Wir fahren über Jesenice in Richtung Italien. Das Triglav Gebirge mit dem höchsten Gipfel der Slowakei (Terglou, 2864m) liegt südlich von uns. Es geht immer weiter auf der 1 nach Westen. Kurz hinter Ratece erreichen wir Italien. Über Fusine in Valromana fahren wir bis Tarvisio, aber nicht rein in die Stadt. Wir biegen hier nach Süden auf die SS54 ab.

Diese Straße führt uns durch eine schöne Bergwelt. Sehr nett zu fahren. Es geht vorbei am Lago di Raibl, an dem es eine Surfschule gibt. Durch die Berge bläst hier ein ordentlicher Wind und die Surfer versuchen nicht ins kalte Wasser zu fallen. Es bläst dermaßen das auf dem See reichlich Wellen sind. Ein Stück weiter ist es fast windstill. Nur wenige Kilometer weiter kennt Daniel eine kleine Berghütte, an der wir Station machen. Wir lassen uns Spagetti und Salat schmecken und genießen die Umgebung. Es fahren reichlich Biker vorbei, die Strecke ist beliebt.

Gleich nach der Pause steht der Sella Nevea Pass auf der Tagesordnung. Dieser Pass ist nicht sehr hoch, nur ca. 1160m, bietet aber ein paar nette Kurven. Wir folgen nun der SP76 bis nach Chiusaforte wo sich die Fella ein Tal gegraben hat. Wir bleiben auf der Landstraße nach Norden. Neben uns läuft die A23 auf ihren Stelzen in abenteuerlicher Weise durch das Tal. Mein Quest2 verabschiedet sich mal wieder. Im Tal ist kein Empfang und das Teil stürzt mal wieder ständig ab. So verpassen wir bei Pontebba die Abfahrt zum Nassfeldpass. Auf der Schnellstraße eine Möglichkeit zum Wenden zu finden ist nicht leicht. Erst ein paar Kilometer weiter gelingt es uns.

Also zurück zur verpassten Abfahrt. Kaum im Dorf springt uns ein Männchen in Warnweste und mit Funkgerät bewaffnet für die Räder und fuchtelt rum. Es geht nicht weiter. Der Pass ist wegen einer Sportveranstaltung gesperrt. Der Mann spricht nur italienisch und so dauert es eine Weile bis wir raus kriegen das wir hier nirgends weiterkommen. So ein Ärger. Wir müssen der Landstraße weiter bis Treviso folgen und können den Rest der geplanten Route nicht abfahren. Der Rest der Strecke ist dann recht Öde. Dafür sind wir aber schnell wieder in Bodensdorf und können am Abend noch ein Highlight in Angriff nehmen. Aber zuerst muss sich Daniel noch um seine ‚K‘ kümmern. Die Gabelbrücke sitzt schief, irgendwie muss die Klemmung verrutscht sein. Bei der Gelegenheit wird auch gleich das nervige Bremsenquietschen abgestellt.

Für den Abend führt uns Daniel zur ‚Eders Einkehr‚ auf den Gerlitzen am Ossiacher See. Eders Einkehr ist ein Gasthaus, das man nur über einen abenteuerliche Serpentinen erreicht. Die Einfahrt dazu liegt in Anneheim neben der Shell Tankstelle. Der Weg windet sich mehrere 100m den Berg hoch. Noch ist es hell und der Weg ist fahrbar. Nachher bergab wird es sicher lustig. Im Gasthof gibt es ausschließlich landestypisches zu essen und zu trinken. Alles stammt aus der Region und wird frisch zubereitet. Die Chefin berät uns ein wenig und so gibt es 2 Jausen Platten und verschieden gefüllte Nudeln mit Kraut (Maultaschen). Der Radler ist mit Holundersaft gemischt. Es ist ein genialer Abend.

Wir genießen diesen Abend auf der Hütte. Der Ausblick über den See und die Burg auf der anderen Seite ist fantastisch. Aber irgendwann müssen wir halt wieder runter. Es ist inzwischen stockfinster geworden und der Weg runter wird eine Herausforderung, aber es gelingt unbeschadet unten anzukommen. Wer in der Gegend ist sollte auf jeden Fall dort einmal vorbei sehen. Die letzten Meter in die Pension, vorbei am im Mondlicht liegenden See, schaffen wir dann auch noch. Die Bettfalle schnappt wieder zu.

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6.Tag – nach Arabba

12.09.2006 – Anfahrt in die Dolomiten nach Arabba, 239km

Nach der Aktion der letzten Tage soll es heute entspannter zu gehen. Wir verlassen Kärnten und wechseln in die Dolomiten über. So richtig eilig haben wir es nicht. Die Strecke ist mit 240km nicht sehr lang und so Frühstücken wir erst noch einmal gemütlich in der Pension. Gegen halb Zehn brechen wir dann gen Westen auf.

Damit es nicht zu langweilig wird, haben wir die Route über ein paar kleine Pässe gelegt. Wir fahren über die Windische Höhe, den Kreuzbergsattel (zum 2. Mal), dem Gailbergsattel und dem Furkelpass, der dann bereits in Italien liegt. Aber zuerst geht es über Villach an der Drau entlang. Bei Feistritz biegen wir nach Süden ab um zur Windischen Höhe zu gelangen. In den Bergen hängen dunkle Wolken, aber das Wetter hält sich. Unser Weg arbeitet sich hier langsam auf 1100m hoch um dann bei Matschiel abrupt ins Gailtal ab zufallen.

Wir folgen dem Fluss Gail ein Zeit bis wir bei Hermagor noch einen Abstecher zum Kreuzbergsattel machen. Diesmal nehmen wir ihn von der anderen Seite. Auch dieser Sattel geht auf ca. 1100m hoch. Auf der anderen Seite angekommen folgen wir wieder dem Verlauf der Drau auf einer gut ausgebauten Fernstraße. Hier muss man ein wenig aufpassen, denn es könnte ein Gendarm mit Handlaser stehen und zur Kasse bitten. So geht es dann mit schöner Aussicht zügig durchs Drautal bis Oberdrauburg. Hier verabschieden wir Carsten, der schon heute nach München zum Zug muss. Termine verpflichten halt und so muss er auf die Dolomiten verzichten. Er verlässt uns und fährt in Richtung Felbertauerntunnel.

Wir kommen zum ersten Spaßgebiet des Tages. Auf der B110 liegt vor uns der Gailbergsattel. Mit etwas über 900m nicht sehr hoch, aber die Nordanfahrt hat viele schöne Kehren. Vollbeladen mit dem ganzen Gepäck fährt sich das irgendwie anders als wie die Tag zuvor. Mein Navi zickt mal wieder wegen der vielen Bäume und schlechtem Empfang aber das tut dem Spaß auf der Strecke keinen Abbruch und so kommen wir wohlbehalten bei Kötschbach-Mauthen wieder in das Gailtal.

Die Gailtalstraße bietet wunderschöne Aussichten. Sie geht sanft von 700 Höhenmeter bis rauf auf 1500m. Leider ist die Straße selber ein reiner Flickenteppich. Überall wird gewerkelt und geflickt, also Vorsicht, hinter der nächsten kurve könnte frischer Teer sein. Doch die Landschaft und die Orte entschädigen dafür. Alle Häuser hier wetteifern um den schönsten Blumenschmuck, überall blüht es und man hat einen weiten Blick in das Tal. Bei Untertilliach müssen wir eine kleine Offroadeinlage machen wegen einer Baustelle – Umleitung über einen unbefestigten Nebenweg.

Wir kommen immer weiter nach Tirol hinein und fahren das Tal rauf. Unter uns weite Wiesen, frisch gemäht. Überall wird Heu gemacht. Es ist bereits 13:30 als wir das Tal verlassen. Die Zeit ist schnell verflogen. Viele Kilometer haben wir bislang nicht gemacht. Wieder auf der B100 wechseln wir nun nach Italien über. Der Verkehr nimmt zu. Linker Hand tauchen die ersten Berge der Dolomiten auf. Die Sonne brennt vom Himmel und vor den Bergen ist ein feiner Dunstschleier. Wir wühlen uns weiter durch dichten Verkehr bis Olang, dem Einstieg zum Furkelpass.

Der Verkehr lässt schlagartig nach. Der Furkelpass ist von einer großen Truppe Radfahrer in Beschlag genommen, die hier offenbar trainieren. Auf einer schönen Strecke schlängelt sich die Straße von 1000 auf 1750m hoch. Schöne Ausblicke hinter jeder Kurve laden zu einem Foto ein, aber wir müssen weiter. Immer schön auf die Radfahrer aufpassen, die auch schon mal zu dritt nebeneinander den Berg hoch strampeln. Wenn man den Berg runter ist kommt man auf die SS244, die uns direkt nach Arabba bringen soll. Eigentlich gäb es nun nichts mehr zu schreiben, denn die Strecke ist wieder nicht so doll und hat viel Verkehr. Leider ist eine Baustelle kurz vor Pedratsches an der wir fast eine halbe Stunde warten müssen bis ein Loch ausgehoben und mit Beton gefüllt ist. Die Sonne brennt uns auf die Köpfe und es ist ein Höllenlärm von Bohrarbeiten an der Felswand und irgendwann wird es den ersten Motorradfahrern zu bunt. Wir mogeln uns hinter den anderen am Bagger vorbei. Wie lange die Autos da wohl noch gestanden haben? Wir nehmen noch den Campolongopass mit, der auf einem Teil der Stella Runde liegt, und erreichen unser Ziel Arabba gegen 16:00.

Ursprünglich hatten wir geplant, das wir nach dem einchecken in das Hotel Olympia noch die Stellarunde fahren, aber wir sind fertig. Das stehen im Stau und die Wärme fordern Tribut und so lassen wir den Nachmittag ruhig angehen. Wir richten uns im Hotel ein, stellen die Motorräder in die Garage, freuen uns über die riesigen Zimmer und erkunden zu Fuß den kleinen Ort. Gegen 19:00 steht dann das Abendessen auf dem Programm. Die Hütte ist ausgebucht. Alles Motorradfahrer die das gute Wetter noch einmal ausnutzen. Das Essen ist einfach, aber brauchbar. Es gibt eine Salatbar und ein kleines 4 Gänge Menü. Den Abend beenden wir dann in der Bar und fallen dann todmüde in unsere Betten.

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7.Tag – Dolomiten

13.09.2006 – Dolomiten Tour 1, 195km

Das Handy klingelt mich um 7:00 aus den Federn. Ich blinzle durch die Vorhänge und sehe strahlend blauen Himmel. Das verspricht ein guter Tag zu werden. Ab unter die Dusche und runter zum Frühstück. Hier wartet ein Buffet auf uns. Die Brötchen muss man in einem Ofen selber backen und die Eier kann man selber kochen. Nur beim raus nehmen bitte nicht verwechseln. So gestärkt machen wir auf in die Garage und lassen die Maschinen an.

Auf dem Programm steht eine 200km Dolomiten Runde die uns von Arabba über Cortina D’Ampezzo, Tai Di Codore zu den 3 Zinnen führen wird. Zurück geht es dann über den Gemaerkpass, Noch einmal Cortina zum Giau Pass zurück nach Arabba. Die Sonne steht noch nicht sehr hoch und es ist bestes Fotowetter. Wir fahren zuerst mal zum Passo Di Falzarego um mit der Seilbahn auf den Laga Zuoi (2752m) hoch zu fahren. Julia bleibt mit Daniel unten und der Rest von uns begibt sich auf den Berg, von wo man grandiosen Blick über die Dolomiten und den Marmolada Gletscher hat. Bei einem Kaffee sonnen wir uns ein wenig um dann bald wieder zu den anderen zu stoßen um unsere Tour fortzusetzen.

Kurz vor Cortina bleiben wir an einem Aussichtspunkt stehen. Der Verkehr hat deutlich zugenommen, die Reisebusse nerven. Wenn sich die Teile durch die Kehren quetschen wird es eng. Für ein Motorrad bleibt manchmal kaum mehr Raum wenn so ein Dreiachser die Kurve schneidet. Nach ein paar Fotos fahren wir runter in die Stadt um sie schnell hinter uns zu lassen. Uns liegt nichts an vollen Straßen, wir wollen freie Fahrt auf kurvigen Bergstraßen. So umrunden wir gegen den Uhrzeigersinn das Bergmassiv und machen kurz vor dem Sant-Angelo Pass eine Mittagspause an einem kleinem Gasthof. Es gibt lecker hausgemachte Pasta und Salate.

Wir fahren weiter in Richtung der 3 Zinnen, machen aber an der Mautstation kehrt. 10,- für den Rest der Strecke erscheint uns doch ein wenig zu teuer. Wir genießen die Blicke auf die Bergseen und fahren Richtung Gemaerkpass weiter. Die Abfahrten hier sind eine Herausforderung der besonderen Art. Die Kehren sind in den Berg gebaut, kleine Tunnel mit 180° Kurve ohne Beleuchtung. Das ist nicht lustig wenn man mit Sonnenbrille gegen die Sonne fährt und dann in so eine Kehre kommt. Wir sind aber heil runter gekommen. Über Brite de Val erreichen wir wieder Cortina. Nun folgt ein kleines Highlight auf dieser Runde: der Passo Di Giau.

Meiner Meinung nach ist der Giau Pass einer der schönsten überhaupt. Von Cortina kommend schraubt sich die Straße über viele Kehren bis auf 2200m hoch. Hinter jeder Kurve hat man einen neuen fantastischen Blick auf die Berge und Täler. Der Belag ist in guten Zustand und wir genießen die kurvenreiche Auffahrt auf den Pass. Oben ist ein Bikertreffpunkt an dem eine Menge los ist. Der Blick zurück ins Tal ist grandios. Vor uns liegt nun noch die Abfahrt mit ihren 40 Kehren. Herz, was willst du mehr?

Nach dem Pass fahren wir noch einmal zur Bergbahn. Die Verkehrsführung um die Berge lässt es kaum anders zu. Ein Teil der Truppe verpasst die Abbiegung in Richtung Valparolapass und fegt nochmal Richtung Cortina. Na, sie werden es schon merken und so warte ich mit Jürgen zusammen auf die anderen. Währen des wartend hör ich auf einmal ein „Hallo Andreas“ von hinten. Steht da doch auf einmal Brigitte und Gerald vor mir, die ich auf der Schottland Reise kennen gelernt habe. Die Welt ist ein Dorf. Wir plauschen kurz und dann kommen auch schon die anderen den Berg hoch. In den nächsten 2 Tagen treffen wir die Beiden noch ein paar mal. Sie machen auch in Arabba Station. Aber erst mal trennen sich unsere Wege und wir fahren über den Valparola und Campolongo Pass wieder nach Arabba.

Die Zeit reicht noch um uns frisch zu machen, dann gibt es auch schon Abendessen. Wir haben für die 200km den ganzen Tag gebraucht. Am Vortag haben wir uns aus der Stadt noch Wein besorgt den wir nach dem Essen auf dem Zimmer genießen. Wir freuen uns schon auf den nächsten Tag und eine weitere Runde im Motorrad Paradies.

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8.Tag – Dolomiten

14.09.2006 – Dolomiten Tour 2, 209km

Unser 7-8-9 Programm spulen wir schon routinemäßig ab. Auf dem Zimmer bleibt noch kurz Zeit für einen Blick in den Wetterbericht. Die Vorhersage verspricht evt. Regen am Nachmittag aber noch sieht es draußen ganz ordentlich aus. Es ist zwar etwas diesig aber die Sonne scheint noch. Das Buffet ist schnell geplündert und die Motorräder sind startklar. Wir fahren im Uhrzeigersinn nach Andraz, über Selva Di Cadore zum Forcella Staulanza, unserem ersten Pass (ca. 1760m) für den Tag. In Dont biegen wir nach Westen ab um auf einer kleineren Straßen über den Duranpass zu fahren, der uns auf ca. 1600m bringt. Die strecke ist in keinem besonders guten Zustand aber doch noch fahrbar. Die Böschung ist an vielen Stellen abgerutscht aber es herrscht wenig Verkehr.

Nach der Pass Abfahrt machen wir an einem kleinem Café in La Valle Agordina halt. Praktischer Weise ist direkt neben dem Café ein Supermarkt wo wir uns mit etwas Proviant eindecken können. Nach dieser Stärkung geht es weiter über Agordo über die ‚Strada Provinciale Del Passo Cereda E Passo Duran‘ auf den Forcella Aurine zu. Diese kleine Straße schlängelt sich dann bis Piera Di Primiero weiter. Langsam verschwindet die Sonne hinter Wolkenschleier. Über die ‚Monte Grappa E Del Passo Rolle‘ fahren wir nach Norden auf den Passo Di Rolle zu. Diese Straßennamen haben so einen richtig schönen Klang. In vielen Kehren geht es nun bis auf fast 2000m hoch. Oben angekommen ist die Sonne weg, aber noch ist es trocken. Es ist kalt hier oben. Unangenehm und windig, also schnell weiter. Kaum ist man von einem Pass runter, wartet auch schon der nächste: Valles Pass.

Auch diesen überwinden wir und als nächstes haben wir den vom Giro Italia berühmten Pellegrino Pass vor uns. Die lange Steigung stell ich mir auf den Fahrrad wirklich höllisch vor. Da bin ich froh etliche Pferdestärken unter mir zu haben. Die Abfahrt von diesem Pass ist wenig spektakulär. Es geht fast immer gerade aus hinab ins Tal bis Moena. Da Wetter hält sich und wir müssen nicht nach Arabba abkürzen. So kommen wir zum finalen Schlenker. Wir folgen der SS48 nach Süden über Predazzo nach Cavalese, immer am Torrente Avisio entlang. In Cavalese geht es nach Norden zum nächsten Pass: Passo Di Lavaze. Mit seinen 1800m auch recht beachtlich und schön zu fahren. Leider wird es hier auch Kalt und oben haben alle Restaurants wegen der Mittagspause zu. Es bleibt uns nicht als weiter zu fahren. Nächster Abbiegepunkt ist Oberbirchabruck wo wir Richtung Arabba einschwenken. Der Verkehr nimmt schlagartig zu.

Bei Carezza Al Lago kommen wir an einem vielfarbig schimmernden Bergsee vorbei aber die Massen an Bussen halten uns von einem Stopp ab. Vor uns liegt der Karer Pass, der aber wegen des Verkehrs schlecht zu fahren ist. Busse und Wohnmobile verstopfen die Straße und schleichen den Berg hoch. Überholen ist schlecht möglich. Das wissen auch die Carabinerie, die hinter dem Pass das Überholverbot überwachen. Wir werden rechtzeitig gewarnt.

Inzwischen beginnt es sporadisch zu tröpfeln. Solange hat das Wetter gehalten und vor uns liegt nur noch ein Pass: Das Podoi Joch. Sehr nett zu fahren, aber leider stellenweise Nass, so das Vorsicht angesagt war. Der Pass hat nudeltopfartige Stellen die ich mir mit dem Bus als Hölle vorstelle. Ein Kurvengeschlägel ohne gerades Stück dazwischen. Unten kommt man dann in Arabba raus und wir erreichen das Hotel ehe es richtig anfängt zu regnen. In den Abendnachrichten sehen wir dann das uns die Ausläufer eines riesigen Unwetters erreicht haben, das in vielen Teilen Norditaliens die Städte unter Wasser gesetzt hat. Da haben wir heute noch einmal Glück gehabt, allerdings sehen wir für die morgen geplante Rückfahrt schwarz. Wir sollten recht behalten…

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9.Tag – Arabba nach München

15.09.2006 – von Arabba zurück nach München, 283km

Am Vortag hatte sich das heutige Trauerspiel in Sachen Wetter ja schon angekündigt. Kaum schlagen wir die Augen auf, hören wir das Trommeln des Regens auf dem Dach des Hotels. Ein Blick nach draußen bringt nur Frust. Alles ist in Wolken gehüllt und es gießt in strömen. Na ganz toll. Beim Frühstück planen wir unseren Tag um. Anstatt eine schöne Abreisetour über die Rittenstraße und Penserjoch nehmen wir den direkten Weg zum Brenner und hoffen auf besseres Wetter hinter den Bergen. Wir müssen gegen 21:00 in München am Zug sein, also packen wir uns wasserfest ein und los geht’s.

Das mit dem wasserfest ist so eine Sache. Es schüttet dermaßen, das die meisten von uns bereits nach Minuten Wasser in den Sachen haben. Meine Kombi hält zwar recht dicht aber irgendwann sammelt sich im Schritt dann doch etwas Wasser. Solange man sitzt ist das kaum ein Problem aber beim Aufwärmstopp vor dem Brenner wurde es unangenehm. Wir schleichen die SS244 entlang und eiern den Campolongopass runter. Das Wasser steht auf der Straße, es ist etwas rutschig und ich sehe nicht wirklich viel. Zum Glück ist nicht viel Verkehr und so können wir es langsam angehen lassen. Schnell noch ein paar Liter an der nächsten Tanke nachgefüllt damit der Sprit bis Österreich reicht; da ist es billiger.

Die Baustelle von unserer Anfahrt ist weg, der Weg ist frei. Die Tunnel bei Onach sind alle fertig und wir freuen uns ein paar Meter im Trockenen zu fahren. In Flaurenz staut es sich noch mal an der Einmündung zur E68. Auf der Fernstraße tuckern wir dann mit 50 lang. Hier sind ein menge LKW und Wohnmobile unterwegs. Die komplette Strecke ist Überholverbot und limitiert. Wegen dem Verkehr ist kein Vorbeikommen für unsere Gruppe an der Kolonne möglich. Das Nervt so bis zum Beginn der alten Brennerstraße. Als wir dort ankommen lässt der Regen ein wenig nach und wir kommen an den LKW vorbei.

Nach dem erwähnten Kaffeestopp nehmen wir den doch recht langweiligen Brenner in Angriff. Höchste Stelle liegt irgendwo bei 1374m. Es fährt sich ähnlich wie auf dem Tauern. Der Regen lässt weiter nach und hört kurz vor Österreich ganz auf; wenigstens etwas. Am Kreisverkehr verlassen wir die Brennerstraße um nicht durch Innsbruck zu müssen. Wir fahren Richtung Omes zum Seefelder Sattel. Oben auf der B177 gibt es dann erst mal eine volle Tankfüllung mit billigen Sprit. Die B177 ist eine sehr volle Straße und so fahren wir lieber über die L14 durch das Tal vorbei an weiten Wiesen und kleinen Dörfern. Inzwischen scheint die Sonne.

Am Tal Ausgang liegt die Grenze zu Deutschland. In Mittenwalde versucht Tom einen alten Freund in München zu erreichen um ihn kurzfristig zu treffen. Wir Überlassen Tom die Navigation nach München und fahren über Walchensee und der Kochelstrecke nach München. Als wir nach dem Abendessen am Walchensee über den Kochel fahren denken wir wehmütig an die Dolomiten zurück. Hier in Deutschland ist auf dieser schönen Strecke Tempo 60, durchgehendes Überholverbot und oben auf dem Parkplatz steht überwachender Weise die Staatsmacht. So schleiche ich einer Gruppe Autos hinterher, die mit 40-50 den Berg hoch und runter schleichen. Es ist zum Heulen.

Übers Land geht es nach München. Wir treffen Toms Freund im Norden der Stadt und machen uns eine Stunde später auf zum Bahnhof. Dort kommen wir genau zur Öffnung der Verladerampe an. Bikes drauf und erst mal das Gepäck im bereits wartenden Zug verstaut. Wir organisieren noch was zu trinken und warten bei ein paar Bier auf die Abfahrt nach Berlin, das wir am nächsten Morgen um 7Uhr erreichen.

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