Alpen Vorwort

Reise vom 07.09.2006 bis 15.09.2006 über verschiedene Pässe

Es ist mal wieder soweit: Wohin geht es dieses Jahr? Diese Frage stellt sich uns immer wieder und genau so sicher finden wir eine Antwort. Beim gemütlichen zusammen sitzen mit ein paar Bekannten Anfang des Jahres kam der Wunsch auf dieses Jahr einmal eine Alpen Tour zu machen. Also sind wir die Sache angegangen und haben eine Tour ausgearbeitet. Das Ergebnis könnt ihr nun hier nachlesen.

Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Zuerst musste mal geklärt werden, wer denn nun überhaupt mitfahren möchte. Es ist unglaublich, wie schwer so eine Frage zu klären ist. Letztendlich haben sich dann folgende Fahrer zusammen gefunden: Daniel & Julia auf BMW K100RS, Jürgen mit seiner BMW K100, Tom auf seiner Yamaha Fazer, Carsten mit der Honda CBR1000F und ich mit meiner Yamaha FJR1300.

Nachdem das geklärt war kam gleich das nächste Problem, noch bevor wir überhaupt die Strecke ausarbeiten konnten: Wann fahren wir? Bekanntermaßen war 2006 die Fußball WM in Deutschland und somit blieb für einige Teilnehmer nur der Mai oder ab August. Die Entscheidung fiel dann gemeinsam auf Anfang September. Ein Glücksgriff, wie sich später herausgestellt hat. Wieder ein Punkt geklärt, auf zum nächsten.

Teilnehmer und Termin stehen, nun kommen wir zur Route. Da wir alle aus Berlin sind haben wir uns dazu entschlossen erst einmal mit dem Autozug Richtung München zu fahren. Das ist eine recht sinnvolle Entscheidung, da die Kosten für den Zug identisch mit dem Fahrtkosten auf dem Bike sind und wir noch einen Tag Autobahn sparen. Vom Reifenverschleiß ganz zu schweigen. Von München geht es dann nach Bodensdorf in Kärten am Ossiacher See wo wir die ersten Tage Station in einer Pension machen werden. Von hier aus erkunden wir Slowenien und die Tauern Alpen.

Anschließend werden wir in die Dolomiten überwechseln, wo wir unseren Stützpunkt in Arabba im Hotel Olympia aufschlagen werden. Die Preise sind in der Nebensaison sehr bikerfreundlich und wir werden von dort ein paar Runden durch die Dolomiten drehen. Anschließend geht es über den Brenner und Innsbruck zurück nach München zum Autozug. Soweit der Plan. Wir werden sehen, wie weit er sich umsetzen lässt. Es ist nicht immer einfach so zu planen und die Überraschungen sind vorprogrammiert.

Die Ausarbeitung der Route nahm dann doch noch ein paar Tage in Anspruch. Daniel hat vorab im Mai ein paar Wege in Slowenien erkundet, ich habe meinen Teil von früheren Touren zum Glockner beigesteuert. Weitere Tipps für die Dolomiten habe ich mir im Internet zusammen gesucht. Die Touren wurden dann am Computer für unsere Navis erstellt, die wir auch diesmal mit dabei hatten. Zu diesem Thema werde ich im Fazit noch was schreiben.

Als weitere Vorbereitung haben uns beim ADAC die Vignetten für Österreich besorgt und ein Kombiticket im Vorverkauf für die Nockalm und Glocknerstrecke. Das kostet 20,- und spart ein Menge Geld gegenüber dem Verkauf an den Mautstationen. So vorbereitet kann der Spaß beginnen.

Und nun viel Spaß beim Lesen

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2.Tag – Slowenien

8.09.2006 – Slowenien Tour 1, 388km

Im Zug haben wir uns auf folgenden Tagesablauf geeinigt: 7Uhr aufstehen, 8Uhr frühstücken, 9Uhr losfahren. Wir sind ja nicht zum schlafen hierher gekommen. Wir wollen freie Straßen und Kurven. Davon kriegen wir dann bald einige geboten. Aber zuerst mal ein gutes Frühstück in der Pension. Anschließend wird billig getankt. Keine Ökosteuer.

Daniel ist öfters hier in der Gegend und hat einen Teil der Strecke, die uns heute nach Slowenien führen wird, schon mal vorab erkundet um uns unnötige Überraschungen zu sparen. So geht es dann über Villach in Richtung Wurzenpass zur Grenze. Es sind einige Motorräder unterwegs. Der Faaker See ist nicht weit und die ersten Ausfahrten beginnen. Der Wurzen ist kurz und knackig. Durch den Wald, hinauf auf die Höhe und schon wieder fertig. Aber zum wach werden genau richtig. Auf uns warten aber größere Herausforderungen.

Nur ein paar Kilometer weiter bei Kranjska Gora beginnt die Einfahrt in den Vrsic Sattel (1611m). Ein Schild weißt darauf hin, das man hier nicht mit Anhänger fahren darf und das hat seinen Grund. Aber was kommt uns mitten auf dem Pass entgegen? Ein Deutscher mit Wohnwagen hinten dran. Er dürfte etwas gealtert sein bei der Überquerung. Der Pass ist nicht ganz leicht zu fahren. In jeder Kehre gibt es Kopfsteinpflaster und es gibt auch einigen Verkehr. Weiter oben stehen plötzlich Schafe auf der Fahrbahn und die Sicherung der Straße ist auch nicht auf dem besten Stand. Es ist also etwas Vorsicht angesagt. Trotzdem haben wir einigen Spaß auf der Strecke. Das Wetter ist noch etwas trübe, aber die Sonne kommt langsam durch.

Wir folgen nun dem Fluss Soca nach Süden. Die Straße ist Ok und schlängelt sich durch den Taleinschnitt. Wir lassen die Räder laufen und folgen dem flüssigen Verlauf der Straße bis Bovec Zaga. Wer die Zeit hat kann hier einen Abstecher zur Festung Kluze machen, die man schon in der Ferne sehen kann. Wir haben aber ein strammes Programm und machen erst am Boka Wasserfall eine kurze Pause. Wir folgen dem Verlauf der Soca immer weiter über Straßen mit wenig Verkehr. Es fährt sich einfach nur super.

Vor uns liegt Volce. Hier haben wir die Möglichkeit die Tour abzukürzen und direkt ins Restaurant zu fahren aber die Sonne knallt inzwischen runter und wir sind im Fahrrausch. Also folgen wir immer noch der Soca nach Süden in Richtung Italien. Lediglich eine kleine Baustelle hindert uns mal am zügigen Fahren. Es geht immer weiter und weiter. Das Navi von Daniel arbeitet (von meinem schweigen wir besser) und wir verlieren die Strecke nie aus den Augen. Erst bei Solkan verlassen wir den Flusslauf, der unterwegs ein paar mal gestaut wurde. Auf der anderen Flussseite sieht man abenteuerliche Eisenbahntunnel in den Berghängen der Strecke E55. Hoch über Solkan machen wir Fotos in das weite Tal und die Eisenbahnbrücke. Dahinten beginnt dann schon Italien.

Hier ist unser Wendepunkt. Es ist 13:30 und wir fahren wieder nach Norden. Die nun folgende Strecke ist Neuland und noch nicht erkundet. Ein weites Tal öffnet sich. Wir cruisen durch kleine Dörfer und an grünen Wiesen vorbei immer im Rhythmus der Kurven. Man kann weit voraus sehen und so entspannt fahren. Bei Cepovan müssen wir uns entscheiden, wie wir das Tal verlassen. Daniel hat den Weg nach rechts schon von der anderen Seite erkundet: Schotterpass. Also nehmen wir den Weg nach Links weiter durch das Tal. Prima Asphalt zieht sich unter uns entlang. Der Weg verschwindet in einem Wald und wir gehen auf die Bremse. Schluss mit Lustig, von nun an Schotter in Kehren bergab ins Tal der Idrijca. Ich werfe einen vorsichtigen Blick durch die Bäume runter … und halte mich anschließend Richtung Bergwand. Keine Leitplanken und Erbsenschotter und nebenan geht es gut 300m runter.

Langsam tasten wir uns den Weg runter. Unsere Straßenmaschinen sind halt keine Enduros aber auch dieses Hindernis packen wir. Reichlich verstaubt kehren wir in Most Na Soci in das Restaurant Sterk ein. Hier treffen wir wieder auf eine Gruppe niederländischer Harley Fahrer die wir am Morgen schon auf dem Vrsic Sattel gesehen haben. Im Restaurant spricht man deutsch, die Preise sind mehr als in Ordnung und zahlen können wir in Euros. Wir sind noch irgendwie beeindruckt von der Fahrt und vergessen die Zeit. Als wir vom Essen aufbrechen ist es plötzlich schon 16:00 und vor uns liegt noch ein ganzes Stück Strecke. Wir folgen unserem Plan, verfahren uns aber bei Cerkno was zur Folge hat das wir einen kleinen Pass zweimal fahren können eh wir wieder den richtigen Weg erreichen. Dieser Weg schlängelt sich durch die slowenischen Hügel und über kleine Bergrücken. Überall gibt es was zu sehen.

Über Skofja Loka und Kranj fahren wir weiter unserer Pension entgegen. Es ist bereits 18:00 und die Sonne sinkt schnell. Wir arbeiten uns auf den Seebergsattel zu den wir dann gegen 19:00 überqueren. Das Licht verschwindet langsam. In Eisenkappel-Vellach biegen wir links ab. Einer Empfehlung folgend fahren wir die L131/L108 entlang. Es lohnt sich. Dieses kleine Sträßchen schlängelt sich mit wenig Verkehr über Zell bis Ferlach. Es geht rauf und runter über kleine Hügel. Inzwischen ist es dunkel geworden und das Fernlicht meiner FJR kommt zum Einsatz. Wir müssen uns langsam sputen um noch was zu Essen zu kriegen, denn ab 22:00 ist hier alles zu. Wir schaffen es noch rechtzeitig bis Wernberg wo Daniel uns in ein gutes Restaurant führt. Uns allen tut der Aller werteste weh. Die Tour war doch länger als geplant und müsste in 2 Tagestouren gesplittet werden um alles in Ruhe genießen zu können.

Ziemlich geplättet kommen wir spät in Bodensdorf an. Es reicht noch für das eine oder andere Bier und den leckeren Obstler und dann geht nichts mehr. Ab ins Bett und weg.

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3.Tag – Triglav

9.09.2006 – Triglav (Slowenien und Italien), 253km

Die Dusche und der Kaffee in der Pension weckt unsere Lebensgeister, die doch gestern etwas gelitten haben. Heute steht als Entspannung eine kürzere Tour auf dem Programm. Wir wollen zuerst nach Slowenien um dann über den Triglav nach Italien zu fahren. Dort soll es über den Sella Nevea und an der Fella entlang über den Nassfeldpass gehen, der uns zurück nach Österreich bringen soll. Soweit die Planung…

So brechen wir um 9:00 zum Loiblpass auf. Es geht vorbei am Wörthersee und über den Ferlacher Stausee zum Pass. Das ist eine schöne Aufwärmübung um wieder Kurvengefühl zu bekommen. Die Sonne scheint zwar aber es ist kühl. Oben am Pass auf 1367m ist es dann richtig kalt. Die Sonne heizt, aber die Luft will nicht mitmachen. Wir fahren den Pass runter nach Trzic wo wir nach Bled abbiegen.

Unser erstes Zwischenziel, der Veldeser See, ist bald erreicht. Der See ist eine ideale Fotokulisse. Das Wasser sieht so einladend aus, aber Baden ist leider verboten. Hier fahren Ruderboote mit Hochzeitspaaren. Schnell ein paar Fotos und dann raus aus dem Trubel an die andere Seeseite.

Hier ist ein kleines Café was zu einer Pause einlädt. MTV Weekend baut am See eine Bühne auf, erste Proben laufen. Frisch motiviert satteln wir wieder auf und nähern und weiter dem Triglav. Wir fahren über Jesenice in Richtung Italien. Das Triglav Gebirge mit dem höchsten Gipfel der Slowakei (Terglou, 2864m) liegt südlich von uns. Es geht immer weiter auf der 1 nach Westen. Kurz hinter Ratece erreichen wir Italien. Über Fusine in Valromana fahren wir bis Tarvisio, aber nicht rein in die Stadt. Wir biegen hier nach Süden auf die SS54 ab.

Diese Straße führt uns durch eine schöne Bergwelt. Sehr nett zu fahren. Es geht vorbei am Lago di Raibl, an dem es eine Surfschule gibt. Durch die Berge bläst hier ein ordentlicher Wind und die Surfer versuchen nicht ins kalte Wasser zu fallen. Es bläst dermaßen das auf dem See reichlich Wellen sind. Ein Stück weiter ist es fast windstill. Nur wenige Kilometer weiter kennt Daniel eine kleine Berghütte, an der wir Station machen. Wir lassen uns Spagetti und Salat schmecken und genießen die Umgebung. Es fahren reichlich Biker vorbei, die Strecke ist beliebt.

Gleich nach der Pause steht der Sella Nevea Pass auf der Tagesordnung. Dieser Pass ist nicht sehr hoch, nur ca. 1160m, bietet aber ein paar nette Kurven. Wir folgen nun der SP76 bis nach Chiusaforte wo sich die Fella ein Tal gegraben hat. Wir bleiben auf der Landstraße nach Norden. Neben uns läuft die A23 auf ihren Stelzen in abenteuerlicher Weise durch das Tal. Mein Quest2 verabschiedet sich mal wieder. Im Tal ist kein Empfang und das Teil stürzt mal wieder ständig ab. So verpassen wir bei Pontebba die Abfahrt zum Nassfeldpass. Auf der Schnellstraße eine Möglichkeit zum Wenden zu finden ist nicht leicht. Erst ein paar Kilometer weiter gelingt es uns.

Also zurück zur verpassten Abfahrt. Kaum im Dorf springt uns ein Männchen in Warnweste und mit Funkgerät bewaffnet für die Räder und fuchtelt rum. Es geht nicht weiter. Der Pass ist wegen einer Sportveranstaltung gesperrt. Der Mann spricht nur italienisch und so dauert es eine Weile bis wir raus kriegen das wir hier nirgends weiterkommen. So ein Ärger. Wir müssen der Landstraße weiter bis Treviso folgen und können den Rest der geplanten Route nicht abfahren. Der Rest der Strecke ist dann recht Öde. Dafür sind wir aber schnell wieder in Bodensdorf und können am Abend noch ein Highlight in Angriff nehmen. Aber zuerst muss sich Daniel noch um seine ‚K‘ kümmern. Die Gabelbrücke sitzt schief, irgendwie muss die Klemmung verrutscht sein. Bei der Gelegenheit wird auch gleich das nervige Bremsenquietschen abgestellt.

Für den Abend führt uns Daniel zur ‚Eders Einkehr‚ auf den Gerlitzen am Ossiacher See. Eders Einkehr ist ein Gasthaus, das man nur über einen abenteuerliche Serpentinen erreicht. Die Einfahrt dazu liegt in Anneheim neben der Shell Tankstelle. Der Weg windet sich mehrere 100m den Berg hoch. Noch ist es hell und der Weg ist fahrbar. Nachher bergab wird es sicher lustig. Im Gasthof gibt es ausschließlich landestypisches zu essen und zu trinken. Alles stammt aus der Region und wird frisch zubereitet. Die Chefin berät uns ein wenig und so gibt es 2 Jausen Platten und verschieden gefüllte Nudeln mit Kraut (Maultaschen). Der Radler ist mit Holundersaft gemischt. Es ist ein genialer Abend.

Wir genießen diesen Abend auf der Hütte. Der Ausblick über den See und die Burg auf der anderen Seite ist fantastisch. Aber irgendwann müssen wir halt wieder runter. Es ist inzwischen stockfinster geworden und der Weg runter wird eine Herausforderung, aber es gelingt unbeschadet unten anzukommen. Wer in der Gegend ist sollte auf jeden Fall dort einmal vorbei sehen. Die letzten Meter in die Pension, vorbei am im Mondlicht liegenden See, schaffen wir dann auch noch. Die Bettfalle schnappt wieder zu.

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4.Tag – Slowenien

10.09.2006 – Slowenien Tour 2 (Das unentdeckte Land), 329km

Nachdem wir gestern den Tag so schön abgeschlossen haben ist unsere Stimmung an diesem Morgen bestens. Auch heute scheint wieder die Sonne. Wir wollen heute wieder eine Slowenienrunde machen. Ein Großteil der Strecke ist auf der Landkarte entstanden. Wir haben zwar versucht über Google Earth raus zu kriegen, wo wir da lang fahren, aber heute wird es sicher die eine oder andere Überraschung geben, das ist sicher.

Zuerst geht es wie gehabt zum Loiblpass. Den Weg kennen wir schon. Diesmal biegen wir nicht in Trzic ab und folgen der 1-1 weiter nach Süden. Wir überqueren die Sava und fahren nach Kropa wo wir an einer kleinen Brücke und einem Denkmal ein paar Fotos schießen. Die Inschrift kann ich leider nicht lesen, es geht aber wohl um den 2. Weltkrieg. Direkt hinter Kropa geht die Straße in einigen Serpentinen auf einen Bergrücken hoch. Es ist überraschend viel Verkehr. Viele Slowenen sind auf Sonntagsausflug. Oben auf dem Bergrücken öffnet sich ein weiter Blick ins Tal und auf eine malerisch gelegene Kirche gegenüber auf einem Berg.

Auf einer Höhe von rund 800m folgen wir der Straße über die Hügel bis zu einem größeren Denkmal mit einem Mosaik, das Szenen aus dem Weltkrieg darstellt. Auch hier muss es irgendwie um den Widerstand im Krieg gehen. Die Beschreibungen kann ich auch diesmal nicht lesen – Schade. Gleich danach geht es in Kehren runter vom Berg nach Cesnjica. An den Ufern der Selska Sora geht es wieder entlang nach Osten. Die Strecke ist sehr flüssig zu fahren und windet sich in weiten Schwüngen immer am Fluss entlang.

In Skofja Loka wollen wir Mittagspause machen. Die Altstadt lädt zu einem längeren Besuch ein, aber soviel Zeit haben wir leider nicht. Wir finden eine kleine versteckte Pizzeria direkt am Wasser. Die Bedienung spricht fließend englisch, so das einer Bestellung nichts entgegen steht. Die Salate kommen und sind äußerst lecker nur unsere Pizzen vergisst der junge Mann. Er ist wohl etwas durch den Wind, wie einige Blessuren im Gesicht deutlich zeigen. Leider drängt die Zeit und so können wir das Angebot der Gratis Pizzen nicht mehr annehmen – ein ander mal.

Bis hier hin war die Strecke für uns noch bekannt. Nun folgt aber der spannende Teil der Strecke. Wir fahren weiter bis Kamnik durch eine hübsche Kulturlandschaft. Von dort fahren wir nach Karte in das Grenzgebiet zu Österreich. Hier gibt es kaum Orte, die Straßen werden schmal. Um so mehr überrascht das Verkehrsaufkommen auf diesen kleinen Pisten. Es ist Sonntag und es handelt sich offenbar um Ausflügler. Wir fahren auf der ‚Stahovica-Crniv‘ die sich immer weiter in die Höhe windet. Unerwartet finden wir uns plötzlich auf einer Schotterpiste wieder, die sich auf über 1000m hoch schraubt. Der Belag ist einigermaßen fest aber es staubt ohne Ende. Bald sind wir richtig gepudert.

Unser Durchschnittstempo sinkt drastisch. Dieser Weg ist eher was für eine GS oder Varadero, aber nicht für eine FJR. Nützt nicht, da müssen wir nun durch. Zum Glück geht diese Straße bald in eine Art Baustellenstraße über, die sich versteckt durch den Wald windet und uns vom Berg runter führt. Oben wird offenbar ein Skiresort gebaut. So kommen wir bei Luce wieder auf Asphalt. Allerdings währt die Freude nicht lange, denn der Schotter holt uns kurz hinter Solcava wieder ein. Wir folgen der Straße Solcava – Podolseva – Sleme immer durch den Staub. Es geht auf über 1200m hoch und die Gegend ist sehr reizvoll. Mit dem richtigen Motorrad durchaus eine Empfehlung.

Wir sind aber froh, das wir den Schotter bei Crna Na Koroskem hinter uns haben. Die letzte Tankstelle liegt lange hinter uns und wir finden in dieser Gegend auch keine die offen hat. Der Sprit wird knapp und wir beschließen die Tour etwas abzukürzen. Noch weiter nach Osten ist uns zu risikoreich, da kommen kaum größere Städte die auf eine offene Tankstelle hoffen lassen und so folgen wir dem Fluß Meza durch eine hübsche kleine Schlucht über Mezica in Richtung Bleiburg (Österreich). Hier wollen wir an der ersten Tankstelle den Staub abspülen aber der Waschplatz ist leider außer Betrieb. Also nur voll tanken und ab über die Autobahn zurück zur Pension. Wir sind vom Schotter etwas geschafft.

Das wir die Autobahn wählen hat noch einen anderen Grund: Der Grill ruft! Wir haben für den Abend nochmals ein Grillessen angesetzt und freuen uns schon auf die Steaks und den leckeren Kartoffelsalat. Gegen die tief stehende Sonne fahren wir also so schnell es Österreicher Autobahnen zulassen und sitzen bald beim Essen. Danach spülen wir noch die Maschinen ein wenig ab, denn man konnte schon fast die Farbe nicht mehr erkennen.

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Alpen Fazit

Schlussbemerkungen zu einer sehr schönen Reise

3700km Alpen in 9 Tagen ist nicht für jeden geeignet. Diese Tour war schon ganz schön anstrengend aber genial. Wenn man wenig Zeit für einen Urlaub hat, muss man alles ein wenig komprimieren. Wir haben es nicht bereut. Wir haben viel gesehen und auf unendlich vielen Kurven unseren Spaß gehabt. Mein Hinterrad ist fertig und ich brauche dringend einen neuen Reifen. Bis auf einen kleine Nagel an Carstens Honda am ersten Tag und Daniels verspannte Gabel hatten wir keine Probleme mit der Technik … wäre da nicht mein Garmin Quest2 Navigations Gerät gewesen.

Als bekennender Technikfan habe ich mir Anfang des Jahres ein Quest2 als Nachfolger meines Quest1 geholt. Das Quest 1 hat Daniel übernommen und auch auf der Tour dabei gehabt – welch ein Glück. Das Quest2 ist ein völliger Griff ins Klo. Das Gerät ist technischer Sondermüll und unbrauchbar. Garmin hat damit eine absolute Frechheit in Sachen Performance und Stabilität abgeliefert. Die Firmware ist völlig Fehlerhaft (V2.8) und das Gerät stürzt im Routing Modus bei etwas längeren Touren alle paar Minuten ab. Es ist eine Qual das Teil benutzen zu müssen. Nach dieser Reise geht es als defekt zurück zum Händler. Der Prozessor des Geräts ist mit dem neuen komprimierten Kartenmaterial CN8 nt+ völlig überfordert und bei Routen mit mehr als eine Handvoll Punkten friert das Display ständig ein. Vorzugsweise bei Abbiegehinweisen oder Annäherungsalarmen. Ich kann vor dem Gerät nur warnen.

Das Quest ist aufgrund seiner Größe ideal für das Motorrad. Daniel hat mit seinem Quest1 keinerlei Probleme. Ich habe beim Quest2 teilweise 20 Resets in Reihe machen müssen eh ich das Gerät dazu bringen konnte endlich mal die Position anzuzeigen, wo wir gerade fahren. Schade ist es um die gute Touratech Halterung, die ich nun über habe, denn das nächste Gerät ist sicher kein Quest mehr. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Ohne Navi möchte ich nicht mehr fahren.

Zurück zur Tour. Wie schon erwähnt, haben wir die An- und Abreise per Autozug erledigt. Den sollte man immer in Erwägung ziehen und einfach mal durchrechnen. Es gibt Rabatt als ADAC Mitglied und Last Minute Angebote, die sich durchaus lohnen. Wir haben sehr früh gebucht, sonst hätten wir wegen dem Treffen am Faaker See keinen Platz mehr bekommen. Der Zug war ausgebucht. Wir haben so Benzin und Reifen für 1200km Autobahn gespart und einen Tag gewonnen, da der Zug nachts fährt.

Thema Slowenien: Sprach und Geldprobleme hat man in Slowenien kaum. Wir kamen mit deutsch und englisch überall durch. Auch das Bezahlen in Euro ist Problemlos. Die Slowenen rechnen schon jetzt in Vorbereitung auf die Währungsumstellung mit beiden Währungen. Alles ganz einfach. Mir hat es gefallen. Die Straßen waren in ordentlichen Zustand, wenn man auch vor Überraschungen nicht sicher ist. Die eine oder andere Schotterpiste kann schon mal in abgelegenen Regionen dabei sein, wie wir erfahren mussten. Aber selbst die sind einigermaßen fahrbar, wenn es auch mächtig staubt.

Die Dolomiten: In der Nebensaison für Biker ein Paradies, wenn das Wetter mitspielt. Urlaubszeit ist vorbei und die Straßen sind nicht überfüllt. Wir hatten freie Pässe, kaum Polizei und viel Spaß. Die Unterkünfte in den Skiorten sind extrem günstig (wir haben 31,- Halbpension gezahlt) und auf Biker eingerichtet. Wir konnten unsere Motorräder in einer Garage unterstellen, es gab Sauna und Wirlpool. Ich fand es sehr gelungen.

Zurück in Deutschland wird man von unserer Verkehrspolitik förmlich erschlagen. Die letzten Tage kaum Schilder und nun Limits ohne Ende, jede Kurve angekündigt, Spaßverderber an allen Ecken und Enden. Es ist schon verblüffend, wie einem die Überregulierung hier auffällt, wenn man ein paar Tage woanders unterwegs ist. Eigenverantwortung scheint in Deutschland ein Fremdwort geworden zu sein, hier muss alles vorgeschrieben sein und wenn man Motorradfahrer ist, ist man per se sowieso ein Raser.

Die gesamte Reise in der Übersicht

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